Kanton Solothurn

Solothurner Kanti-Lehrer sind unzufrieden mit Arbeitsbedingungen

Der Präsident des Kantonsschullehrerverbandes, André Müller, nahm an der Jahresversammlung kein Blatt vor den Mund. Hansjörg Sahli Der Präsident des Kantonsschullehrerverbandes, André Müller, nahm an der Jahresversammlung kein Blatt vor den Mund. Hansjörg Sahli

Der Präsident des Kantonsschullehrerverbandes, André Müller, nahm an der Jahresversammlung kein Blatt vor den Mund. Hansjörg Sahli Der Präsident des Kantonsschullehrerverbandes, André Müller, nahm an der Jahresversammlung kein Blatt vor den Mund. Hansjörg Sahli

Die Arbeitsbedingungen der Lehrer an der neuen Sek B geben zu reden. Die Lehrer sind unzufrieden mit dem Verhältnis von Lohn und Arbeitspensum und wollen die jetzigen Verhältnisse beibehalten.

André Müller, Präsident des Verbandes der Solothurner Kantonschullehrerinnen und Kantonsschullehrer (SKLV) teilte an der gestrigen Jahrestagung des Verbands tüchtig aus. Ihr Fett ab bekamen dabei sowohl der Regierungsrat als auch die organisierte Volksschullehrerschaft, sprich: der Verband der Lehrerinnen und Lehrer Solothurn (LSO). Anlass für die Unzufriedenheit der Kanti-Lehrerschaft ist die nach wie vor ungelöste Frage der Arbeitsbedingungen von Lehrpersonen der neuen Sek P.

In seinem Jahresbericht bekräftigte André Müller vor versammelter Lehrerschaft in der Aula der Kanti Solothurn die Forderung, dass für Gymnasiallehrkräfte, die an der SekP an einer der beiden Mittelschulen in Olten oder Solothurn unterrichten, die heutigen Arbeitsbedingungen gelten.

Sie sollen in der Lohnklasse 23 eingereiht bleiben und ein Unterrichtspensum von 26,5 Lektionen pro Woche bewältigen. Für nächste Woche stellte er eine entsprechende Resolution in Aussicht – und erntete damit den Applaus der Lehrerkollegen.

Gegenwind macht zu schaffen

Die Kanti-Lehrer haben mit dem Anspruch auf Besitzstandwahrung keinen leichten Stand. Widerstand schlägt ihnen vor allem vonseiten des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer Solothurn (LSO) entgegen. An der Unvereinbarkeit der beiden Positionen scheiterten denn auch die entsprechenden Verhandlungen der Gesamtarbeitsvertragskommission.

Der LSO beharrte – und beharrt weiterhin – darauf, dass die Arbeitsbedingungen der Sek-P-Lehrkräfte an den beiden Mittelschulen an jene der Sek-P-Lehrpersonen in den sieben Sekundarschulzentren angepasst werden müssen.

Das aber bedeutet: Kanti-Lehrer, die auf der Stufe Progymnasium unterrichten, würden auf die Lohnklasse 21 heruntergestuft und müssten gleichzeitig mit 29 Lektionen ein höheres Arbeitspensum bewältigen.

Diese Haltung der Volksschullehrer wird mittlerweile auch durch zwei parlamentarische Vorstösse unterstützt, einer Interpellation von Andreas Schibli (FDP, Olten) und auch durch einen Auftrag der FDP, der verlangt, dass die Lehrkräfte auf der SekundarstufeI nach einem einheitlichen Modell entschädigt werden sollen.

Während die regierungsrätliche Stellungnahme zum Auftrag der Freisinnigen noch aussteht, folgt der Regierungsrat in seiner Antwort auf die Interpellation teilweise den Argumenten des LSO und will das Pflichtpensum für Sek- P-Lehrpersonen an den Kantonsschulen auf 29 Lektionen anheben.

Arbeitsbelastung hat nicht abgenommen

Ein Einlenken, das bei SKLV-Präsident André Müller auf Unverständnis stösst: So habe die Regierung bis jetzt bei den Verhandlungen in Sachen Einreihung der Sek-P-Lehrpersonen immer im Sinne der Kanti-Lehrer argumentiert.

Zuletzt wurden das Pensum von 26,5 Lektionen und die Einreihung in Lohnklasse 23 in einem Regierungsratbeschluss vom November bestätigt. «Für eine Heraufsetzung des Pensums gibt es zudem keinen einzigen Sachgrund», ist Müller überzeugt. So habe die Arbeitsbelastung der Kanti-Lehrerschaft in keiner Weise abgenommen. «Das Gegenteil ist vielmehr der Fall.»

Hinzu komme, dass in der Verwaltung und der Privatwirtschaft die Arbeitsbedingungen von der Funktion definiert werden, die man mehrheitlich ausführt. «Gymnasiallehrpersonen aber arbeiten vor allem in den Maturitätsabteilungen und nur zu einem kleinen Prozentsatz am Progymnasium.»

Frontalangriff auf den LSO

Ganz besonders ärgert sich André Müller über die Geschäftsleitung des LSO. So habe sich der Kantonsschullehrerverband in den bisherigen Verhandlungen dafür eingesetzt, dass das Unterrichtspensum der Sek-P-Lehrpersonen, die an den Sekundarschulzentren unterrichten, von heute 29 Lektionen auf 26,5 Lektionen reduziert würde.

Der LSO aber sei nie auf dieses Verhandlungsangebot eingetreten, sagte Müller und meint: «Ich finde es eine Schweinerei, dass ein Berufsstand in den Verhandlungen nie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Sek P-Lehrpersonen angestrebt hat, sondern eine Verschlechterung unserer Arbeitsbedingungen.»

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