Die Stiftung soll in den nächsten Wochen ins Leben gerufen werden. Ihr Präsident ist Peter Siegenthaler, Verwaltungsratspräsident der Cent Holding AG in Kriegstetten. Der erfolgreiche Rollstuhlsportler Heinz Frei, der Unternehmer Stefan Blaser und der Anwalt Manfred Küng ergänzen den ersten Stiftungsrat. Ständerat Roberto Zanetti präsidiert den Beirat. Der harte Kern der Initianten umfasst zehn Personen, unter ihnen auch der frühere Radprofi und heutige Fahrer-Manager Tony Rominger.

Das Ziel der Stiftung lautet, die Sportklasse an der Kantonsschule Solothurn und das erste Leistungszentrum des Schweizer Radsports zu unterstützen. Dieses Leistungszentrum orientiert sich am Vorbild der erfolgreichen Institutionen von Swiss Ski (Engelberg, Brig, Davos). Dank der Sport-Mittelschule, dem Leistungszentrum, einem Lehrstellenangebot, einer Rennserie, der Bildung von Nachwuchsteams sowie professioneller Hilfe bei der Karriereplanung soll der Schweizer Radsport zurück an die Spitze geführt werden. Solothurn als neuer Nabel des Schweizer Radsports drängt sich auch deshalb auf, weil in Grenchen von einer Gruppe um den BMC-Besitzer Andy Rihs die Erstellung einer gedeckten 250-m-Bahn geplant ist.

Drei Nachwuchsteams vorgesehen

Roland Richner, der frühere Technische Direktor von Swiss Cycling und gemäss Organigramm für Training und Athletenbetreuung zuständig, ist von Interessenten förmlich überrannt worden. 50 junge Athleten haben sich bei ihm gemeldet. 24 von ihnen können in einer ersten Phase in eines der drei vorgesehenen Nachwuchsteams integriert werden. Für die ersten beiden Jahre seien von Sponsoren je rund eine knappe halbe Million Franken zugesichert, was ausreichend sei.

Als zweites Ziel wollen die Initianten im Jahre 2017 in Solothurn die Strassen-WM durchführen. Dieser Grossanlass soll dazu beitragen, das Interesse am und die Realisierung des Leistungszentrums zu fördern. Die Kandidatur kann beim Weltverband UCI frühestens in zwei Jahren eingereicht werden. Sollte Solothurn den Zuschlag erhalten, würde es sich um die ersten Titelrennen in der Deutschschweiz seit 1983 (Altenrhein) handeln. Mitte der Neunzigerjahre lag eine diffuse Bewerbung von Wil SG vor.

Die UCI vergab dann die Strassen-WM an Lugano. Für die Durchführung der WM 2006 scheiterten die Bewerber von Küssnacht am Rigi/Luzern an Salzburg, das dem Weltverband die grosszügigeren Modalitäten offeriert hatte. Falls sie nicht im ersten Anlauf den Zuschlag erhalten, wollen die Initianten ihre Bewerbung für die Folgejahre aufrechterhalten.