Wohnbevölkerung
Solothurn, Gäu und Gösgen wachsen am stärksten

Ein bescheidenes Wachstum, dank Einbürgerungen stabiler Anteil der Schweizer Bevölkerung und weiter gestiegene «Überalterung»: So hat sich 2010 die Wohnbevölkerung im Kanton gegenüber dem Vorjahr entwickelt.

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Die Stadt Solothurn ist als Wohnort beliebter als auch schon. sm

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Solothurner Zeitung

Ende 2010 lebten im Kanton 256888 Menschen, 1221 Personen oder 0,5% mehr als ein Jahr zuvor. Eine verhältnismässig hohe prozentuale Zunahme weisen die Bezirke Solothurn mit 1,4% (224 Personen), Gäu mit 1,1% (197 Personen) und Gösgen mit +0,9% (209 Personen) auf. Dagegen verzeichneten mit –0,8% bzw. mit –0,2% die Bezirke Bucheggberg und Thal Abwanderungen. 69 (Vorjahr 70) der 122 Gemeinden wiesen innert Jahresfrist einen Bevölkerungszuwachs aus. In 47 Gemeinden sank die Wohnbevölkerung unter ihrem Vorjahresstand.

Der Anteil der ausländischen Staatsangehörigen beläuft sich auf 20,3%. Ihr Anteil ist um 404 auf 52211 Personen gestiegen. Der schweizerische Mittelwert beträgt 21,5%. In den letzten zwei Jahren hat der Ausländerzuwachs im Kanton stark abgenommen. Die Zahl der im Kanton wohnenden Schweizer nahm im Berichtsjahr um 818 Personen zu und beläuft sich neu auf 204677 Personen. Erneut verzeichnen die Schweizer Staatsangehörigen einen Sterbeüberschuss. Sprich: Ihre Zahl konnte nur dank den 642 Einbürgerungen von Ausländern gehalten werden.

171 Personen haben den roten Pass über das erleichterte Verfahren erhalten. Davon konnten in erster Linie Ehepartner von Schweizern oder Schweizerinnen profitieren. Gut vier Fünftel der Eingebürgerten stammen aus Europa, 190 allein aus Serbien. Der Rest aus Asien (79 Personen), Amerika (24) und Afrika (11).

3,5 Erwerbstätige pro Pensionär

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Geburten um 47 zu. Gut 25 Prozent der 2292 Neugeborenen sind Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Während seit 1993 bei der Schweizer Bevölkerung der Geburtenüberschuss negativ ausfällt (mehr Todesfälle als Lebendgeborene), entwickelte sich in der gleichen Zeitspanne derjenige der ausländischen Wohnbevölkerung stets positiv. Zurzeit beläuft sich die Geburtenhäufigkeit für Schweizerinnen auf 1,4 Kinder je Frau, verglichen mit 1,8 Kinder je Frau bei den Ausländerinnen.

Die Zahl der im Kanton lebenden Ausländer teilt sich auf 137 Nationen auf. Mit einem Anteil von 20,7% sind die Italiener weiterhin die stärkste Nationalität, gefolgt von den Staatsangehörigen aus Serbien und Montenegro (je 15,9%). An dritter Stelle sind die Deutschen mit einem Anteil von 15%, gefolgt von den Türken mit 11,8%.

Ein wesentlicher Zweck von Bevölkerungsstatistiken sind Aussagen zur demografischen Entwicklung. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und vor allem der rückläufigen Geburtenrate ist hier das Fazit alles andere als überraschend: Der seit 200 anhaltende Trend der «Überalterung» ist ungebrochen. Heute sind 20,2 Prozent der Bevölkerung unter 20-jährig und mehr als ein Sechstel (17,6 Prozent) ist 65-jährig oder älter. Der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20–64 Jahre) ist daher seit 2000 leicht ansteigend (2000: 60,9%; 2010: 62,1%), da immer noch mehr Personen ins Erwerbsleben eintreten als austreten. Dieser Sachverhalt dürfte jedoch in naher Zukunft eine Wende erfahren.

Zum Vergleich: Im Jahre 1970 kamen auf eine über 64-jährige Person 5,3 Personen im Erwerbsalter. Aktuell liegt der entsprechende Wert bei 3,5 Personen.

Hitliste der Vornamen

Teil der kantonalen Bevölkerungsstatistik ist auch die Hitliste der beliebtesten Vornamen für Neugeborene im Jahr 2009. Laura und Elena waren im Kanton die beliebtesten Vornamen für Mädchen. Bei den Jungen sind die Vornamen Levin vor Noah an der Spitze. (SZR)

Statistik: www.statistik.so.ch