Solothurn
Der Gemeinderat sagt ja zu Schulhaussanierung Wildbach und einem Lift beim Hermesbühl

Der Gemeinderat diskutierte über Sanierung der Schulanlage Wildbach und einen Lift beim Schulhaus Hermesbühl.

Fabio Vonarburg
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Schulhaus Wildbach in Solothurn.

Schulhaus Wildbach in Solothurn.

Hanspeter Bärtschi

Viele Solothurner Schulhäuser sind momentan nicht nur Lehrstätten, sondern auch Baustellen. Derzeit werden das Vorstadtschulhaus sowie die Fassade beim Schulhaus Kollegium saniert, beim Schulhaus Brühl entsteht ein Neubau für einen Doppelkindergarten und eine Tagesschule.

Und die nächsten Projekte sind bereits in der Pipeline. Die Gesamtsanierung der Schulanlage Wildbach sowie die behindertengerechte Erschliessung des Schulhaus Hermesbühl. Über beide Projekte diskutierte der Gemeinderat in der Sitzung vom Dienstagabend.

Das grössere der beiden Projekte ist jenes der Schulanlage Wildbach, die aus dem Schulgebäude, einem Turnhallentrakt sowie einer darunterliegenden Zivilschutzanlage besteht. Erbaut 1958, die letzte grössere Sanierung der Gebäude liegt mehr als 30 Jahre zurück. Das Stadtbauamt betont, dass jetzt eine Gesamtsanierung der Schulanlage und der Umgebung zwingend notwendig ist. Die gesamte Aussenhülle, die Haustechnik, der Innenausbau, auch die Umgebung und die Kanalisationsleitungen sind sanierungsbedürftig.

Kommt dazu, dass die Schulanlage nicht mehr den heutigen gesetzlichen Anforderungen entspricht. Wie etwa in Bezug auf die Hindernisfreiheit, Brandschutz und Erdbebensicherheit, aber auch die energetischen Anforderungen werden nicht erfüllt. So sind etwa die bestehenden Fenster wind- und schlagregenundicht. Durch die hohen Fenster, die schlecht gedämpft sind, entsteht in den Schulzimmer ein unbehagliches Klima.

Während Sanierung kein Unterricht im Schulhaus

Im Zuge der Sanierung werden unter anderem die Fenstergläser durch ein Spezialglas ersetzt, bei den Stahlbeton-Aussenwänden der West- und Ostfassade soll die Innendämmung optimiert. Im Schulhaus sowie im Turnhallentrakt ist vorgesehen, dass ein Lift eingebaut wird. Die Investitionskosten betragen 10,7 Mio. Franken, von denen 4,5 Mio. Franken bereits vorfinanziert sind.

Gerechnet wird mit einer Bauzeit von 12 Monaten, während dieser die Schülerinnen und Schüler im Neubau der Tagesschule Brühl unterrichtet werden müssten. Der Gemeinderat hat diesem Geschäft zugestimmt. Jetzt wird an der nächsten Gemeindeversammlung noch über dieses Projekt befunden.

Ein Zivilschutzraum wird Kulturgüter schützen

Die Zivilschutzanlage, die sich unterhalb der Schulanlage Wildbach befindet, war im Gemeinderat ein separates Traktandum. Der Gemeinderat gab auch für dieses Projekt grünes Licht. Die Gemeinderatskommission hat bei sechs Ja-Stimmen und einer Enthaltung beantragt, dass in diesen Räumlichkeiten ein Kulturgüterschutzraum für das Naturmuseum entstehen soll.

Darin soll ein altes Problem gelöst werden. Denn bereits im Vorfeld zum Umzug des Museum an den Klosterplatz 1970 wurde intensiv darüber diskutiert, wo die naturkundliche Sammlung ihr Depot erhalten soll. Mangels überzeugender Alternativen wurde der Dachstock im Gebäude der Stadtpolizei als Sammlungsdepot gewählt. Eine Lösung, die allerdings nur als Provisorium angedacht war.

Der nun vorgesehene Kulturgüterschutzraum unterhalb der Schulanlage ist 552 Quadratmeter gross. Die dazu nötigen Arbeiten sollen im gleichen Zug wie die Gesamtsanierung der Schulanlage vorgenommen werden. Der beantragte Ergänzungskredit beträgt 1,665 Mio. Franken.

Schulhaus Hermesbuehl in Solothurn.

Schulhaus Hermesbuehl in Solothurn.

Maddalena Tomazzoli

Kosten für Schulhaus Hermesbühl erscheinen klein

Im Vergleich dazu scheinen die Kosten für die baulichen Massnahmen beim Schulhaus Hermesbühl klein (1,8 Mio. Franken). Dies liegt daran, dass hier keine Gesamtsanierung notwendig ist, wie eine in Auftrag gegebene Studie zeigte.

In erster Linie wird angestrebt, dass nun auch Schülerinnen und Schüler, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, das Schulhaus besuchen können. Dazu soll im Schulhaus, das aus fünf Geschossen besteht, ein Lift eingebaut werden. Dieser soll neben dem Nordtreppenhaus platziert werden. Vom Einbau des Lifts sind Spezialunterrichtsräume tangiert, die aber weiterhin als solche genutzt werden könnten, «da der Unterricht in Kleingruppen oder gar Einzelunterricht erfolgt», wie es im Auszug aus dem Protokoll der Gemeinderatskommission heisst.

Aufgrund der hohen Investitionskosten muss das Projekt für die Gesamtsanierung der Schulanlage Wildbach anschliessend auch noch an einer Urnenabstimmung bestehen.