Solothurn
Der ehemalige Präsident des FC Post Solothurn erinnert sich an das Pfingstfest vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren besuchte eine Delegation aus 70 Personen aus Deutschland den FC Post Solothurn. Peter Moor, ehemaliger Präsident des FC Post Solothurn, erinnert sich, wie es dazu kam.

Hans Peter Schläfli
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Dorli und Peter Moor schauen sich das Fotoalbum mit den Dokumenten einer 50-jährigen Freundschaft mit dem TSGV Albershausen an.

Dorli und Peter Moor schauen sich das Fotoalbum mit den Dokumenten einer 50-jährigen Freundschaft mit dem TSGV Albershausen an.

Hans Peter Schläfli

Die leicht verblichenen Fotos zeigen schicke Frauen in Miniröcken, die bis eine Handbreit über das Knie reichen. Unter den festlich angezogenen, jungen Männern deutet Peter Moor auf sich selber: «So sah ich 1971 aus», sagt der heute 86-Jährige.

Damals war er Präsident des FC Post Solothurn, der ihn nach 30 Jahren zum Ehrenpräsidenten ernannte – genauso wie vor kurzem auch seinen Sohn Jürg Moor – der den FC Post während 25 Jahren führte.

Der Besuch brachte die Amtsstuben auf Trab

Die Fotos wurden an Pfingsten 1971 gemacht, also vor exakt 50 Jahren. Damals besuchte eine aus 70 Personen bestehende Delegation aus dem schwäbischen Dorf Albershausen bei Göppingen, angeführt durch Bürgermeister Kötzle, den FC Post Solothurn.

Doch bis es soweit war, musste zuerst der Amtsschimmel zum Traben gebracht werden. Es brauchte Bewilligungen der Fremdenpolizei, der Gemeinde Oberdorf, um im Restaurant Kreuz ein Fest durchzuführen, der Gewerbe- und Handelspolizei der Stadt Solothurn, wo der FC Post zuhause ist – und natürlich des Fussballverbandes.

Ein Inserat als Auslöser

Auslöser war ein Inserat in der Solothurner Zeitung, das Werner Dudium in Auftrag gegeben hatte. Dudium arbeitete 1970 mehrere Wochen in Zuchwil für Sulzer, die in dieser Zeit im heutigen Riverside rund 3000 Leute beschäftigte.

«Damals war ich beim TSGV Albershausen als Leiter der Abteilung Fussball in Funktion», schreibt Dudium über seine Motivation. TSG steht für Turn, Sport und Gesang. Die Fussballsektion feiert dieses Jahr das 100-jährige Bestehen.

Beeindruckt von der Stadt Solothurn

«Damals beeindruckte mich die Stadt Solothurn derart, dass ich dorthin eine Ausfahrt mit meinem Fussballverein unternehmen wollte.» Das riesige Fest sollte wiederholt werden und ein Jahr später machte sich erstmals eine grosse Delegation aus Solothurn auf den Weg ins Schwabenland, was damals noch ein Abenteuer war.

Und es wäre beinahe eine Katastrophe geworden, erinnert sich Peter Moor: «Die SBB haben das Billet nicht für Göppingen ausgestellt, sondern für Göttingen, das mehr als 400 Kilometer weiter im Norden liegt.» Er habe das einen Tag vor der Reise festgestellt und der reservierte Wagen konnte zum Glück noch umgebucht werden.

Besuche wurden längere Zeit wiederholt

«Während mehr als zehn Jahren besuchten sich unsere Fussballmannschaften gegenseitig», erzählt Peter Moor. «Es sind viele Freundschaft entstanden, die bis heute halten.» Dorli Moor ergänzt: «Zweimal jedes Jahr sind wir seither mit dem Ehepaar Dudium in die Ferien gegangen. Zuerst in der Schweiz und in Deutschland, dann sind wir nach Italien gereist.»

Und es geht weiter: «Wir telefonieren jede Woche. Das nächste Treffen ist im August in München geplant.»