Im letzten Herbst haben sportbegeisterte Solothurner Unternehmer das Projekt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert - jetzt wird es konkret: die Idee eines Leistungszentrums zur Förderung junger Talente verschiedener Sportarten. «Das Leistungszentrum koordiniert im Sinn eines ganzheitlichen Förderkonzepts das sportliche Training sowie die Ausbildung der jungen Leute», sagt Roland Richner im Gespräch mit dieser Zeitung.

Er ist technischer Direktor des Leistungszentrums Solothurn (LZSO) und gleichzeitig verantwortlich für den Aufbau diverser Nachwuchsteams im Radsport. Ähnlich umfassende Nachwuchskonzepte gibt es in der Schweiz bislang vor allem in einzelnen Sportarten wie Fussball, Skisport und Eishockey. «Für Sommer- und Ausdauersportarten hingegen war die Förderung bis jetzt weitgehend privater Initiative überlassen.»

Initiierung schulischer Strukturen

Der Grund für diesen Missstand beruht vor allem auf fehlenden Strukturen im Schul- und Berufsbildungsbereich, wodurch jungen Spitzensportlern kaum genügend Freiraum für ihr Training bleibt. Das aber soll sich im Raum Solothurn jetzt ändern, und zwar wesentlich durch den sanften Druck des neuen Leistungszentrums.

Zusätzlich zur Sportklasse an der Kanti Solothurn wird ab dem neuen Schuljahr in der Stadt Solothurn eine Talentförderklasse auf der Sekundarstufe I eingerichtet (siehe Text unten). «Wir wissen bereits seit einigen Jahren, dass hier ein Bedarf besteht», erläutert Philipp Heri.

Der Beauftragte für Bewegung und Sport bei der Sportfachstelle Solothurn koordinierte die Arbeiten rund um die Förderklasse. «Durch die Initiative der Verantwortlichen des Leistungszentrums ist wieder Wind in die Segel gekommen», fügt Heri schmunzelnd bei. Roland Richner würdigt seinerseits «die rasche und unbürokratische Zusammenarbeit» der verschiedenen involvierten kantonalen und kommunalen Stellen.

Definitiv bewilligt werden muss die neue Förderklasse allerdings noch durch den Solothurner Gemeinderat am nächsten Dienstag und durch das Amt für Volksschule und Kindergarten (AVK). Dem dürfte aber nichts im Wege stehen.

Im Bereiche der Berufsbildung seinen die Initianten des Leistungszentrums beim Kanton auf ähnlich offene Ohren gestossen, betont Roland Richner. Anders als in der Schule mussten hier aber nicht neue Konzepte entwickelt werden. Was in den letzten Jahren im Einzelfall immer wieder zur Anwendung gekommen ist, soll jetzt breit kommuniziert werden. Die Jugendlichen absolvieren in der regulären Zeit die Ausbildung an der jeweiligen Berufsfachschule. «Den praktischen Teil im Lehrbetrieb können sie aber ein Jahr später abschliessen», erläutert Richner. «Wir sind dafür natürlich auf Lehrmeister angewiesen, die auf die Trainingszeiten Rücksicht nehmen.» Noch seien die Betriebe eher zurückhaltend damit, jungen Spitzensportlern eine Lehrstelle anzubieten.

Breite Dienstleistungspalette


Eine wichtige Aufgabe des Leistungszentrums bzw. der Stiftung als Träger des Projekts bestehe denn auch darin, so Richner, den Lehrstellenpool zu fördern. Parallel zur Initiierung entsprechender Strukturen in Schule und Ausbildung haben den Verantwortlichen des Zentrums in den letzten Monaten ein umfassendes Dienstleistungsangebot geschaffen, das die unterschiedlichen Sportarten nützen können.

Roland Richner: «Bei der Stiftung unter Vertrag sind Spezialisten im Bereich Sportmedizin, Physiotherapie und Mentaltraining bis hin zur Ernährungsberatung und der Karriereplanung für junge Sportler.» Ein grosser Teil der Angebote erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitscenter Physio in Fit Zuchwil und dem Sportzentrum Zuchwil.

Zusätzlich versteht sich das Leistungszentrum als Coach der verschiedenen Sporarten im Bereich der Nachwuchsförderung.