Neujahr

So wird der Silvesterabend zum grossen Highlight

Silvester zu Hause –mit verschiedensten Spielen für Gross und Klein, zum Beispiel Bleigiessen, lässt sich das Warten auf Mitternacht verkürzen.

Silvester zu Hause –mit verschiedensten Spielen für Gross und Klein, zum Beispiel Bleigiessen, lässt sich das Warten auf Mitternacht verkürzen.

Den Jahreswechsel gemütlich daheim mit der Familie oder Freunden verbringen – ein paar Tipps wie der Silvesterabend zum Highlight wird. Von Bleigiesse über Ramsen bis zu Orangenrollen.

Man könnte es einmal mit Bleigiessen versuchen. Dies ist ein immer beliebter werdender Silvesterbrauch. Wann er entstanden ist, ist nicht zurückzuverfolgen. Doch man weiss, dass schon im Altertum das Giessen von Blei eine oft angewandte Methode war, die Zukunft vorherzusagen. Im übertragenen Sinn könnte das Blei als Schwermetall für alles Schwere und Belastende angesehen werden, welches man im alten Jahr zurücklassen möchte.

Heute wird an Silvester Blei in einem Löffel über einer brennenden Kerze geschmolzen. Wegen der niedrigen Schmelztemperatur von Blei dauert der Vorgang nicht lange. Das geschmolzene Blei wird dann in ein Gefäss mit kaltem Wasser gegossen, in dem es sich sehr schnell wieder verhärtet. Die sich bildenden Figuren werden als Orakel angesehen, aus denen sich zukünftige Ereignisse im neuen Jahr ablesen lassen. Oft wird auch der Schatten der gegossenen Bleifigur gedeutet. Im Internet sind viele Deutungen der Bleiformen nachzulesen.

Der Detailhandel bietet ganze Bleigiessersets zu Silvester an. Wichtig ist es zu beachten, dass Blei ist nicht ungefährlich ist. Kinder sollten sich das Schwermetall nicht in den Mund stecken. Geraten Pulverpartikel und Spritzer ins Auge, so sollte man es sofort gut ausspülen. Beim Schmelzen entstehende giftige Bleidämpfe, diese sollte man nicht einatmen. Wegen des Giftgehalts gehören die ausgegossenen Figuren nicht in den Haushaltabfall, sondern zum Sondermüll. Und noch ein Tipp: Wer den Umgang mit dem giftigen Stoff vermeiden will, braucht dennoch nicht auf die Vorhersage für das neue Jahr zu verzichten. Alternativ kann statt Blei auch heisses, flüssiges Wachs verwendet werden, das ebenfalls im Wasser zu bizarren Formen erstarrt.

Gesellschaftsspiele und Orangenrollen

Und wie wär es mit Gesellschaftsspielen, die man auch mit Kindern durchführen kann: zum Beispiel das Apfeltauchen: Man benötigt dazu nur einen Apfel pro Mitspieler sowie zwei Schüsseln mit Wasser. Die Äpfel werden in die Schüssel gelegt, und nun versuchen die Mitspieler, den Apfel mit den Zähnen aus dem Wasser zu holen. Die Hände dürfen nicht benutzt werden! Wer den Apfel zuerst eingefangen hat, hat das Spiel gewonnen. Alternativ kann die Zeit gestoppt und ein Gesamtsieger gekürt werden. Um das Spiel zu erschweren, kann der Stiel abgeschnitten werden, damit der Apfel nicht daran aus dem Wasser gezogen werden kann. Eine weitere Variante ist, beiden Spielern die Augen zu verbinden.

Ein anderes beliebtes Spiel heisst Montagsmaler: Benötigt werden eine Anzahl grosser Bögen Papier und Stifte oder eine Tafel mit Kreide. Ausserdem sollte vorher ein Stapel von Kärtchen mit verschiedenen Begriffen (der Schwierigkeitsgrad sollte vom Alter der Mitspieler abhängen; für Erwachsene eignen sich abstrakte Begriffe und zusammengesetzte Wörter) vorbereitet werden. Ein Mitspieler wird ausgewählt und muss eine der vorbereiteten Karten ziehen. Nun muss er den Begriff zeichnen. Die übrigen Mitspieler müssen versuchen, den Begriff so schnell als möglich zu erraten. Wer am schnellsten war, darf als Nächstes zeichnen. Alternativ kann reihum gezeichnet werden, und der Schnellste bekommt jeweils einen Punkt. Der Sieger bekommt an Ende einen kleinen Preis.

Bei Orangenrollen geht es darum, eine Orange so schnell wie möglich über eine «Rennstrecke» ins Ziel zu rollen. Jeder läuft einzeln, nur wenn sehr viel Platz zur Verfügung steht, können mehrere Kinder gegeneinander antreten. Der erste Spieler beginnt und geht auf allen vieren an die Startlinie. Auf das Kommando wird die Zeit gestoppt und die Orange so schnell wie möglich über die Ziellinie gerollt. Dabei darf sie nur mit der Nase berührt werden. Strafsekunden gibt es für jede Berührung mit der Stirn und mit dem Knie. Wer die Orangen mit der Hand berührt, scheidet aus. Wer die schnellste Zeit erreicht hat, gewinnt das Spiel.

Jass oder Ramsen

Die beliebtesten Spiele der Erwachsenen sind Würfel- oder Kartenspiele, an einem Silvesterabend meist verbunden mit Alkohol. So zum Beispiel das «Meiern». Ziel ist es, eine Zahl zu würfeln, die höher, ist als die des vorherigen Spielers. Es wird reihum gewürfelt, und die gewürfelten Zahlen werden angesagt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass keiner der Mitspieler das Würfelergebnis sehen kann. Die Würfelwerte müssen mit jedem Mitspieler zunehmen, wer zu wenig würfelt, muss lügen. Gezählt wird dabei folgendermassen: die höhere Ziffer ist die Zehnerstelle, die niedrigere die Einerstelle. (Eine 2 und 3 ergeben also eine 32.) Ein Pasch zählt immer mehr als eine normale gewürfelte Zahl und kann nur durch einen höheren Pasch übertrumpft werden. Die einzige Ausnahme ist der «Meier», die 21 (also 1 und 2). Diese Zahl ist am höchsten und muss sofort aufgedeckt werden. Die Runde ist damit beendet, und es wird in anderer Richtung weitergespielt. Wer den Würfelbecher annimmt, hat zwei Möglichkeiten: Er kann das vorherige Ergebnis anzweifeln und aufdecken oder ohne nachzuschauen weiterwürfeln. Um die Sache noch lustiger zu machen, verbindet man es mit Alkohol. Trinken muss, wer zu Unrecht angezweifelt hat, wer beim Lügen ertappt wurde oder wessen Vorgänger einen «Meier» gewürfelt hat.

Wie wärs aber mit einem ganz normalen Jass oder dem im Bernbiet und im Bucheggberg beliebten Ramsen? Dabei werden alle «Sächsi» aus dem Spiel genommen. Jeder Mitspieler erhält bloss fünf Karten, zudem wird ein «Blinder» verteilt. Mit einer der zwei übrig gebliebenen Karten wird «Trumpf» gemacht, wobei das «Egge-Sibni» immer Trumpfkarte ist. Beim Ramsen bekommt man für jeden Stich einen Strich auf der Tafel, die Kartenwerte selbst zählen nicht. Wer zuerst 21 Striche hat, ist Sieger und gewinnt einen Preis. Wer beim Rams keinen Stich gemacht hat, muss zur Strafe 10 Rappen bezahlen. Ramsen kann man also auch mit Jass-Anfängern.

Lärm schlagen und Krach machen gehört zum ältesten Brauchtum in der Silvesternacht und an Neujahr. Heute ist es das Silvesterfeuerwerk. In alten Zeiten wurden Rasseln, Peitschen und Dreschflegel als Lärminstrumente benutzt. Im Mittelalter und auch noch später waren es Kirchengeläut, Pauken und Trompeten. Das Schiessen mit Böllern und Gewehren oder aus der Kanone kam mit der Verbreitung des Schwarzpulvers im Zeitalter der Renaissance auf. Besonders der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. war für seine gigantischen Feuerwerksspektakel bekannt. Feuerwerkskörper, Silvesterböller und Tischbomben dienen in unserer Zeit weniger der Vertreibung von Dämonen und bösen Mächten, sie sind wohl eher ein Ausdruck der Freude.

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