Dealer

Sieben Monate Gefängnis für «Chügeli-Dealer»

«Chügeli-Dealer» wurde verurteilt (Symbolbild).

«Chügeli-Dealer» wurde verurteilt (Symbolbild).

Der Gerichtspräsident von Solothurn-Lebern verurteilte einen Ivorer zu sieben Monaten Freiheitsstrafe. Mehrfach war der abgewiesene Asylbewerber am Solothurner Haupt- bahnhof angehalten worden .

Führte die Polizei zwischen Frühjahr 2009 und Frühjahr 2010 Kontrollen am Solothurner Hauptbahnhof durch, begegnete sie dort mit schöner Regelmässigkeit einem jungen Mann von der Elfenbeinküste, der sich gleich aus zwei Gründen nicht am Bahnhof hätte aufhalten dürfen: Weil sein Asylantrag Ende 2008 abgelehnt worden war und weil ihm eine Ausgrenzungsverfügung seit Februar 2009 untersagte, das Solothurner Stadtgebiet zu betreten.

Kokain und ein gestohlenes Handy

Weil der heute 27-Jährige aber bislang weder die Schweiz verlassen hat noch die Ausgrenzungsverfügung befolgte, landete er gestern vor dem Richter: Die Polizisten hatten bei einer der acht Kontrollen 20 Gramm Kokain beim Ivorer gefunden. Auch ein gestohlenes Handy wurde sichergestellt.

Wegen Hehlerei, Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und weiterer Delikte wollte die Staatsanwaltschaft den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten und einer Busse von 100 Franken verurteilt sehen.

Angeklagter war höflich und respektvoll

Vor Gericht erschien nicht der renitente Angeklagte, der erwartet werden konnte: Er gab sich höflich und respektvoll, gestand seine Taten ein und entschuldigte sich wiederholt dafür. Nach der Verkündigung des Urteils bedankte er sich bei Richter, Dolmetscherin und Gerichtsschreiber.

Bemühungen um die Ausreise

Gerichtspräsident François Scheidegger hatte ihn zuvor zur geforderten Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Der Angeklagte habe sich einsichtig gezeigt und sein Fehlverhalten bedauert, sagte der Gerichtspräsident in seiner Urteilsbegründung.

Das sei strafmildernd zu berücksichtigen. Trotzdem stellte der Richter dem jungen Mann eine schlechte Prognose: Bei den Ausländerbehörden habe er sich unkooperativ verhalten, bei der Polizei renitent. Dass er ernsthaft die Ausreise anstrebe, sei nicht anzunehmen.

Der Ivorer hatte zuvor das Gegenteil beteuert: Er sei bemüht, seine verlorenen Papiere zurückzugewinnen. Die Anreize, dass er dies auch tatsächlich tut, werden zahlreicher – seine Situation wird zusehends ungemütlicher: Im Asylzentrum auf dem Balmberg darf er nicht mehr wohnen. Nothilfe erhält er keine mehr.

Nun soll er noch für sieben Monate ins Gefängnis. Er wolle fortan kooperieren, sagte der Verurteilte, und stellte in Aussicht, dass er der Polizei keine Arbeit mehr bereiten werde: «Ich verspreche, dass ich mich ruhig verhalte, bis ich nach Hause gehe.»

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