Solothurn
Sicherheitsdienst soll Alkoholverbot durchsetzen und für Ordnung sorgen

McDonald’s Solothurn nimmt freitags und samstags die Dienste der VIP Security in Anspruch. Das Sicherheitspersonal setzt das Alkoholverbot durch und sorgt für Ordnung im Restaurant.

Fatma Kammer-Karademir
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McDonald’s wappnet sich am Bahnhofplatz für alle Fälle. Fatma Kammer-Karademir McDonald’s wappnet sich am Solothurner Bahnhofplatz für alle Fälle. Fatma Kammer-Karademir

McDonald’s wappnet sich am Bahnhofplatz für alle Fälle. Fatma Kammer-Karademir McDonald’s wappnet sich am Solothurner Bahnhofplatz für alle Fälle. Fatma Kammer-Karademir

Solothurner Zeitung

Die letzte Woche veröffentlichten Zahlen sprechen für sich: 102,5 Millionen Gäste, 685 Millionen Franken Jahresumsatz und 300 neue Arbeitsplätze. McDonald’s Schweiz befindet sich auf der Überholspur und belegt den Spitzenplatz in der Schweizer Gastronomie. Auch drei neue Restaurants wurden 2010 eröffnet, in Gossau SG, Spiezwiler BE und Solothurn. Das Restaurant am letztgenannten Standort setzt wegen der hohen Gästefrequenzen auf die Karte Sicherheit. Am Freitag- und Samstagabend nimmt McDonald’s Solothurn die Dienste der VIP Security GmbH in Anspruch.

Jugendliche als Störenfriede?

Zu den zahlreichen Gästen gehören sehr viele Jugendliche. Der Solothurner Standort von McDonald’s Schweiz scheint sich zu einem Jugendtreffpunkt entwickelt zu haben. Dies bestätigt auch Silvio Hofmann, Lizenznehmer von McDonald’s Solothurn: «Das Restaurant ist sehr gross und schön gestaltet. Klar, dass es auch einladend für Jugendliche wirkt.» Es wirkt so einladend auf Jugendliche, dass sie manchmal im Restaurant verweilen, ohne etwas zu konsumieren. In diesem Fall werden sie vom Sicherheitspersonal zurechtgewiesen. So auch der 16-jährige Dardan, der mit seinen Freunden an einem Freitag nach dem Essen im McDonald’s draussen eine Zigarette geraucht hat. Als sie sich wieder im Restaurant befinden, ohne erneut etwas konsumieren zu wollen, meldet sich das Sicherheitspersonal. «Er sagte, ich dürfe hier nur sitzen, wenn ich etwas konsumiere», so der Gymnasiast aus der Region Solothurn. Auf seine anfänglichen Einwände, dass er doch vorhin etwas konsumiert habe und für das Rauchen seinen Platz verlassen habe, reagiert der Sicherheitsmann nur zögerlich. Doch dann entschärft sich das Ganze: «Wir durften dann trotzdem an unserem Platz weiter sitzen. Ich kenne den Sicherheitsmann inzwischen sehr gut und hatte seither keine Probleme mehr», erklärt Dardan.

Alkoholverbot zu jeder Tageszeit

Die Gründe für den Einsatz von Sicherheitsfachkräften haben weniger mit nicht konsumierenden Gästen zu tun, vielmehr scheint die Umsetzung des Alkoholverbotes ein Problem zu sein. Dies vor allem am Freitag- und Samstagabend, an denen die Sicherheitsleute Dienst haben. «In diesem Zeitraum gehen die meisten Personen in den Ausgang, da gibt es aus unserer Erfahrung in anderen Städten immer wieder Besucher, die sich irgendwie nicht korrekt verhalten», erklärt Silvio Hofmann. Dem wolle man von Anfang an entgegenwirken, um den Gästen ein angenehmes Klima zu jeder Tageszeit bieten zu können. Auch betont er: «Es geht vor allem darum, das Alkoholverbot durchzusetzen, denn wir sind ein alkoholfreies Familienrestaurant.» Die Sicherheitspersonen weisen Besucher, die ihren Alkohol mitbringen wollen, darauf hin, dass dies nicht erlaubt sei und sämtliche Bierflaschen, Dosen und sonstige Spirituosen draussen bleiben müssen.

Bahnhof als Sicherheitsrisiko

Neben der Durchsetzung des Alkoholverbotes werden die Sicherheitsfachkräfte eingesetzt, weil der Standort am Bahnhof als ein gewisses Sicherheitsrisiko angesehen wird. «Die Region rund um den Solothurner Bahnhof ist sehr stark frequentiert – vor allem am Abend. Und wo viele Leute sind, kann es schnell zu kleineren Zusammenstössen kommen. Dem wollen wir in und um unserer Restaurant herum vorbeugen», erklärt Silvio Hofmann, der auch einen McDonald’s in Biel betreibt.

Anderer Meinung ist Peter Heri, von der Kantonspolizei Solothurn und Leiter des Bahnhofszirkels, der für die Sicherheit am Bahnhofareal sorgt. Der Zirkel besteht aus Vertretern der Kantons-, Stadt- und Bahnpolizei. «Aus polizeilicher Sicht ist das Areal in und um den Bahnhof Solothurn dank den gemeinsamen Massnahmen sehr sicher», ist Peter Heri überzeugt. Die Anstellung von privaten Sicherheitspersonen rund um den Bahnhof sei aus seiner Sicht nicht nötig. «Jeder Betrieb muss jedoch selbst bewerten und abschätzen, ob er für seine interne Sicherheit einen Sicherheitsdienst engagieren muss», meint er.