Fussgängerunfälle
Sicherheitsdelegierte sind besorgt wegen zahlreichen Unfällen mit Fussgängern

Seit einigen Monaten werden in der Schweiz vermehrt Fussgängerinnen und Fussgänger im Strassenverkehr angefahren, schwer verletzt oder manchmal sogar getötet. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung ist im Kanton Solothurn aktiv.

Melanie Riedi
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Konrad Müller instruiert vor der Veloprüfung die Prüflinge.Andreas Kaufmann

Konrad Müller instruiert vor der Veloprüfung die Prüflinge.Andreas Kaufmann

Um schlimmen Unfällen vorzubeugen, setzen sich BfU-Sicherheitsdelegierte für sicherere Strassen ein. Einer dieser Sicherheitsdelegierten ist Konrad Müller, Stadtpolizist aus Solothurn.
Er berichtet: «Wir sind wirklich sehr besorgt um die Fussgänger. Denn Unfälle auf und rund um die Fussgängerstreifen sind ein ständiges Thema.»

Vorsicht am Fussgängerstreifen

Zwei bis drei Mal pro Jahr besuchen er und seine Sicherheitsdelegierten-Kollegen Schulklassen, um mit den Kindern das richtige Verhalten vor dem Gang über den Zebrastreifen zu üben und um mit ihnen die Verkehrsregeln genauer anzuschauen. «Ich stecke sehr viel Energie in diese Sache, denn es ist mir persönlich sehr wichtig, dass man alles unternimmt, um Unfälle wenn immer möglich zu verhindern», berichtet Müller von seiner Arbeit.

«Man muss den kleinsten Kindergärtlern wie auch den ältesten Oberstufenschülern klarmachen, dass sie im Bereich von Fussgängerstreifen besonders achtgeben müssen.» Es sei wichtig, dass man sich dort beim Überqueren der Strasse nicht in falscher Sicherheit wiege. Ebenso zentral sei auch die Botschaft, dass man auf der Strasse keine «Stöpsel» mit lauter Musik in den Ohren haben sollte, weil man dann herannahende Autos erst recht nicht hören könne.

Der erfahrene Stadtpolizist weiter: «Unfälle passieren oft auch, weil Fussgänger abends mit dunkler Kleidung unterwegs sind und deswegen nicht oder zu spät erkannt werden.» Deshalb seien bei Dunkelheit helle Kleider und/oder reflektierende Gürtel zu empfehlen.

Ein vielseitiges Tätigkeitsgebiet

Bei seiner täglichen Arbeit hat Konrad Müller stets Augen und Ohren offen: «Wenn ich etwas Gefährliches sehe, weise ich die Personen auf die mögliche Gefahr hin.

Bei der Unfallverhütung bin ich mit Herzblut dabei», schwärmt Konrad Müller. So versucht er stets, das neu erfahrene Wissen aus den BfU-Weiterbildungskursen «an die Basis» zu bringen und sinnvoll in die Praxis umzusetzen. Weiter berichtet Müller: «Falls ein Fall ein-mal zu stark ins Technische hineingeht, kann man stets auf die Hilfe des zuständigen Chef-Sicherheitsdelegierten zurückgreifen. Denn dieser ist das Bindeglied zwischen der Beratungsstelle und den Sicherheitsdelegierten aus den Gemeinden.»

So beschäftigen sich Konrad Müller und die anderen BfU-Sicherheitsdelegierten in ihren Gemeinden beispielsweise mit der Benutzersicherheit der Wertstoffsammelstellen, mit möglichen Gefahren auf Spielplätzen und Freizeitanlagen sowie mit sicherheitsspezifischen Veränderungen der bestehenden Verkehrsinfrastruktur zum Schutz der Fussgängerinnen und Fussgänger.