«Jetzt ist ‹ausgeplant›, und die Zeit ist reif für Entscheidungen»: Davon sind die Projektverantwortlichen des geplanten Gondelbahn-Neubaus auf den Weissenstein nach diversen Projektoptimierungen überzeugt. Ende Februar werden die überarbeiteten Pläne beim Bundesamt für Verkehr (BAV) zur Bewilligung eingereicht.

Das beim BAV hängige Projekt für den Ersatz des historischen Sessellifts wurde in den letzten Monaten – auch aufgrund des Widerstandes der Bundesämter für Umwelt (Bafu) und Kultur (BAK) – optimiert. Das Bafu gab bereits Ende Jahr bekannt, dass das Projekt nun «landschaftsverträglich» sei (wir berichteten). Nun klingt es auch seitens des BAK weniger renitent.

In dessen Stellungnahme zuhanden des BAV von Mitte Januar heisst es: «Das Volumen der Bergstation kann aufgrund der technischen Voraussetzungen nicht wesentlich verkleinert werden, wodurch die Beeinträchtigung des Kurhauses auch bei einer architektonischen Optimierung des Stationsprojektes nicht verhindert werden kann.» Nun liegt es am BAV, eine Interessenabwägung vorzunehmen. Die vom BAK kritisierte Beeinträchtigung des Kurhauses steht dabei der Ausgestaltung und generell der Notwendigkeit der Station gegenüber.

Bundesamt für Verkehr ist am Zug

Neubau-Projektleiter Johannes Sutter vom gleichnamigen Baselbieter Planungsbüro wirft dem BAK in der Medienmitteilung «ein Scheingefecht zum Erhalt der alten Bahn» vor. Er hält dem BAK entgegen, das «die kantonale Denkmalpflege das Konzept für die Stationen ausdrücklich befürworte».

Zusätzlich zu den bereits zu Jahresende beschlossenen Projektoptimierungen wird die bereits dank kompakterer Technik um 3 Meter verkürzte Bergstation nun wieder um gut 3 Meter talwärts auf die ursprünglich geplante Gebäudeflucht geschoben und hinten nochmals um einen Meter verkürzt.

Der Plangenehmigungsentscheid ist auf kommenden Juni zu erwarten. Rolf Studer, Vizeverwaltungsratspräsident der Seilbahn Weissenstein AG geht von einem positiven Entscheid aus: «Wir haben nun alle Bedürfnisse sämtlicher involvierter Bundesämter, so weit möglich, befriedigt.» Den Baubeginn veranschlagen die Verantwortlichen auf Herbst 2011. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Baubewilligung und damit der Abbruch der alten Bahn rechtskräftig wird.

Fehlender Grundsatzentscheid?

Gegen das Projekt kämpfen der Schweizer Heimatschutz (SHS) und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL). Für SHS-Geschäftsführer und SL-Stiftungsrat Adrian Schmid stellt sich nach wie vor die Frage, warum «der grundsätzliche Entscheid über die Schutzwürdigkeit der historischen Seilbahn Weissenstein noch nicht vorliegt».

Der SHS werde daher den Abbruch- und Konzessionsentscheid des BAV dann zumal sorgfältig prüfen und danach über einen Weiterzug an das Bundesverwaltungsgericht entscheiden. «Im Moment nehmen wir zur Kenntnis, dass die Seilbahn Weissenstein AG Monate braucht, um die im August 2009 eingereichten Pläne zu überarbeiten, und ein Entscheid somit leider erst später vorliegen wird.»

Aus Sicht der Gondelbahn-Befürworter stellt man sich auf den Standpunkt, dass der Grundsatzentscheid mit der rechtskräftigen Richtplananpassung des Bundesrates für das Neubauprojekt und damit gegen die historische Sesselbahn gefallen ist.