Seewen
Seewener Wahlbüro kämpft mit der Computer-Technik

Lange musste man am Wahlsonntag auf das Ergebnis der Gemeinde Seewen im Schwarzbubenland warten, und dies nicht zum ersten Mal. Wie die Gemeinde nun erklärt, sind die «beschränkten Ressourcen» das Hauptproblem für die Verspätung.

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Die Erfassungsmaske des Wahlsystems WABSTI des Kantons Solothurn

Die Erfassungsmaske des Wahlsystems WABSTI des Kantons Solothurn

Zur Verfügung gestellt

«Die Mitarbeiter des Wahlbüros meiner Gemeinde sind sehr wohl fähig, einen Wahlsonntag zu erledigen», erklärt Philippe Weber, Gemeindepräsident des 1000-Seelen-Dorfes Seewen im Schwarzbubenland. Trotzdem mussten die zahlreichen Politiker, Medienleute und Zuschauer im Konzertsaal Solothurn lange auf das Wahlergebnis aus dem kleinen Dorf warten. Auf der Leinwand fehlte auch über eine Stunde nach der Gratulation von Pirmin Bischof an Roberto Zanetti immer noch die definitive Auswertung.

Es sind also nicht die menschlichen Ressourcen, welche der Gemeinde fehlen, sondern vielmehr die technischen. Weber erklärt die Tradition der Seewener Verspätung mit der schwierigen Eingabemaske des Systems «WABSTI», mit welchem der Kanton Solothurn arbeitet. «Wer einmal mit diesem System arbeiten musste, weiss wie komplex es ist», so der Gemeindepräsident.

Genauso schwierig wie das System ist es vermutlich auch, Leute zu finden, die diesen Knochenjob erledigen wollen. Weber weiss, dass die Seewener Einwohner ihren Sonntag halt lieber mit der Familie verbrächten. Auch für den vakanten Gemeinderatssitz fände sich momentan niemanden.

Am Geld liegt es anscheinend nicht: Wie auch in anderen Gemeinden, werden die Wahlbürohelfer im Stundenlohn abgerechnet. Nur gut, dass die knapp 400 Stimmenden des Dorfes keine Wahlen wenden können.