Messen

Schwere Brocken belasten die Kasse von Messen

In Messen braucht es dringend eine neue Turnhalle. Die bestehende wird viel genutzt – hier beispielsweise für eine Projektwoche der Oberstufenschüler. Hanspeter Baertschi

In Messen braucht es dringend eine neue Turnhalle. Die bestehende wird viel genutzt – hier beispielsweise für eine Projektwoche der Oberstufenschüler. Hanspeter Baertschi

Die Gemeinde Mesen will eine neue Turnhalle bauen. Diese wird massiv teurer als geplant, dabei sieht das Budget 2012 schon schlecht aus. 1,17 Millionen Franken sind ungedeckt.

Eigentlich standen an der Gemeinderatssitzung nur wenige Traktanden auf dem Programm, doch diese hatten es in sich. Sugus und Schöggeli sollten die Stunden etwas versüssen, doch am Problem des fehlenden Geldes hatten die Räte länger zu kauen: Ein Neubau steht in Messen bevor, Doppelturnhalle mit modernen sanitären Einrichtungen, einem grösseren Eingangsbereich, behindertengerechten Duschen, Solarpanels auf dem Flachdach.

Am Mittwoch noch sass Gemeinderat Urs Thomet, mit der Projektgruppe zusammen, der Bau liegt zwar erst in Skizzen vor, die Kosten aber sind schon konkreter. Bereits 2007 bestand eine Bauversion einer neuen Turnhalle, diese wurde aber auf Eis gelegt. Intensiv mit Zahlen habe man gearbeitet, sagte Thomet, als er seinen Ratskollegen den provisorischen Kostenvoranschlag präsentierte. Die neue Mehrzweck-Turnhalle wird, das ist bereits jetzt klar, massiv teurer.

Kostendach klar überschritten

Das Architekturbüro, das zurzeit die Dreifachturnhalle in Biberist baut, rechnet mit einem Betrag von 5,3 Millionen Franken, das sind 800000 Franken mehr als vor vier Jahren. Das ist auf die Teuerung, oder zusätzliche Anpassungen, etwa bei Stahlarbeiten an der Decke, zurückzuführen. Zudem seien im alten Projekt Fehler aufgetaucht. «Das ist natürlich höher als wir uns vorgestellt haben», sagte Gemeindepräsidentin Marianne Meister. Wo also lässt sich sparen? Abschreiben, Reserven anzapfen? Sicher die Küche auf einem absoluten Minimum halten, da waren sich alle einig.

Ein Baustart ohne Reserven sei laut den Architekten möglich, aber dabei müssten bis in einem Jahr 75 Prozent aller Offerten vorliegen, ansonsten könne nicht gebaut werden. «Wir hatten ein Kostendach von fünf Millionen Franken – dieses ist klar überschritten. Wie bezahlen wir das?», fragte Meister. Man habe es versäumt, bezüglich der Kosten mehr ins Detail zu gehen, fand Gemeinderat Bernhard Jöhr. «Aber in der Summe überrascht mich der Voranschlag nicht.» Denn mit dem Abriss sei das Projekt mehr als nur ein Neubau. Für die nächste Sitzung seien alle offenen Fragen zu klären. Dank Subventionen sei man zwar nicht weit von den veranschlagten fünf Millionen Franken entfernt, und längerfristig müsse bei der Turnhalle sowieso eine Lösung her.

Die Steuern müssen hoch

«Gottlob sitze ich schon», sagte Meister. Denn wer das Budget 2012 betrachtet, sieht Messen für das kommende Jahr in tiefroten Zahlen. 1,17 Millionen Franken sind ungedeckt, das noch beim alten Steuerfuss. Jöhr: «Wir befanden uns schon vorher in keiner rosigen Situation.» Zum Defizit kommen die Mehrkosten der Turnhalle, falls sie denn gebaut wird. Als Konsequenz müsste der Steuerfuss auf 135 Prozent hoch.

Belastend wirkt die Pflegefinanzierung, die zusätzlich an die Gemeinde geht. «Der ganze Kanton stöhnt», sagte Finanzverwalter Géo Voumard. Das koste Messen alleine schon 300000 Franken. In den letzten drei Jahren hat die Gemeinde in den neuen Schulverband Bucheggberg bereits viel investiert. Sowieso schlagen sich die Kosten in den Bereichen Bildung und sozialer Wohlfahrt im Budget nieder, hier sind es 700000 Franken mehr als noch vor zwei Jahren.

Immerhin: Nicht überall ist die Gemeinde schlecht besetzt, das Eigenkapital steht mit 2,8 Millionen Franken gut da. Dieses nun abzubauen, darauf habe man bereits länger spekuliert. Einmal leer schlucken und dann sparen – viel mehr bleibt Messen gar nicht übrig.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1