Der Regierungsrat sprach diese Woche den Beitrag von 400'000 Franken aus dem Lotteriefonds an die laufenden Arbeiten zur Restaurierung des Gebäudes und zum Umbau in Loftwohnungen.

Das Grün muss erhalten bleiben

Die Unterschutzstellung erfolgt wie immer im Einverständnis der Eigentümerin – der ncw AG von Markus Ehrat (Windisch) –und der Standortgemeinde. Geschützt sind die historische Substanz des Fabrikgebäudes, insbesondere das Erscheinungsbild der Südfassade, die Westfassade und die Hauptstruktur der Ostfassade, ferner die Tragkonstruktion und die Gebäudestruktur im Innern. Die Umnutzung zu Wohnungen ist durchaus im Sinn des Schutzes, doch muss dabei der Charakter des Industriebaus erhalten bleiben. Auch die ursprüngliche grüne Farbgebung ist gemäss der Schutzbestimmung, die im Grundbuch vermerkt wird, beizubehalten.

Das Unternehmen Hug & Co. gehörte seit den 1930er Jahren zu den grössten Schuhherstellern der Schweiz und hatte in den 1950er und 1960er Jahren über 1000 Angestellte. Die Fabrik in Dulliken wurde 1933 erstellt, seit der Betriebseinstellung 1978 steht sie leer.

Neubau: eigentliches Markenzeichnen

Die klare architektonische und funktionale Gestaltung entspreche der «Sprache der fortschrittlichen Architektur der Moderne aus der Zwischenkriegszeit», heisst es im Beschluss zur Unterschutzstellung. Für das Unternehmen sei der Neubau zum eigentlichen Markenzeichen geworden. Ein Markenzeichen sei der Bau aber auch für die jüngste Geschichte von Dulliken und der Umgebung, weil er vielen Bahnreisenden zwischen Olten und Zürich ins Auge springe – bis heute.

Die ehemalige Schuhfabrik Hug gehöre zu den bedeutenden Vertretern der Architektur der Moderne, nicht nur im Kanton Solothurn. Darüber hinaus setze sie ein besonderes Zeichen in der Industriegeschichte der Zwischenkriegszeit. «In diesem Sinn gehört das Bauwerk in den Kreis von Kulturgütern, die erhalten werden sollten», hält die Regierung fest.

Nach Auskunft von Denkmalpfleger Stefan Blank ist es der erste Fall der Unterschutzstellung eines Fabrikbaus im Kanton Solothurn. Der für solothurnische Verhältnisse sehr hohe Denkmalschutz-Beitrag von 400000 Franken rechtfertige sich durch die Grösse des Gebäudes.

In der Tat ist der Umbau in Lofts auf 22 Mio. Franken veranschlagt. Die 45 Mietwohnungen sollen im Juli 2012 bezugsbereit sein. Vor diesem Projekt von Markus Ehrat hatten sich die Umnutzungspläne mehrerer früherer Besitzer zerschlagen.