Frühfranzösisch
Schüler lernen Französisch schon ab der 3. Klasse

Rund 2500 Buben und Mädchen, nämlich alle 120 Klassen des 3. Primarschuljahres im Kanton Solothurn, starten in diesen Tagen erstmals mit dem Französischunterricht.

Elisabeth Seiffert
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Frühfranzösisch in Solothurn ab der dritten Klasse
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Frühfranzösisch in Solothurn ab der dritten Klasse

Startete der Unterricht in der ersten Fremdsprache bislang erst in der 5. Klasse, ändert sich das mit diesem Schuljahr. Bereits die Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen werden in die Geheimnisse des Französisch eingeführt. Mit der Vorverlegung des Französischunterrichts halte eine „neue Philosophie" beim Erlernen einer Fremdsprache Einzug, betonte Regierungsrat und Solothurner Bildungsdirektor Klaus Fischer an der heutigen Pressekonferenz in Grenchen.

„Die Schüler sollen einen lockereren Umgang mit Sprache erlernen", so Fischer. Dazu gehört etwa, dass den Schülern die neue Sprache nicht kleinsten Häppchen serviert wird, sondern in grösseren Zusammenhängen, in ganzen Sätzen. Es gehe zudem nicht einfach nur um rein sprachliche Kompetenzen, wichtig sei vielmehr auch die Vermittlung kultureller Belange.

Weiter sei durchaus denkbar, dass die Lehrpersonen auch im Turnen oder im Sachunterricht Sequenzen auf Französisch einbauen. Unterrichtet wird mit dem Französischlehrmittel „1000 Feuilles", das im Rahmen verschiedener Praxistests in den letzten Jahren laufend verbessert worden ist.

Mit anderen Kantonen erarbeitet

Mit dem neuen Schuljahr beginnt der Frühfranzösischunterricht auch in den Kantonen Baselstadt, Bern, Fribourg und Wallis. Der Kanton Baselland wird in einem Jahr folgen. Alle sechs Kantone haben im Rahmen einer interkantonalen Vereinbarung die Organisation des Fremdsprachenunterrichts gemeinsam an die Hand genommen. Ebenfalls gemeinsam erarbeiten sie derzeit auch die Grundlagen für den Start mit dem Englisch ab der 5. Klasse. Die Umsetzung erfolgt hier dann ab dem Schuljahr 2013/14.

Das interkantonale Konkordat geht zurück auf einen Entscheid der Erziehungsdirektorenkonferenz aus dem Jahr 2004. Als wesentlicher Teil einer neuen Sprachenstrategie wurde damals die Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts vorgesehen. Die sechs Konkordats-Kantone haben dabei dem Französischen als erster Fremdsprache den Vorzug gegeben. Andere Kantone, etwa Zürich und auch der Aargau starten mit Englisch.