Messen
«Schön, mit euch auf dem Weg zu sein»

Die Pfarrerin Melanie Kummer wurde gestern in Messen offiziell in ihr Amt eingesetzt. Seit etwas mehr als einem Jahr wirkt sie bereits in der Reformierten Kirchgemeinde. Nach einemJahr Probezeit, ist sie nun definitiv ins Amt gewählt worden.

Daniel Rohrbach
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Melanie Kummer hat ihre «Traumpfarrstelle» gefunden. Hansjörg Sahli Melanie Kummer hat ihre «Traumpfarrstelle» gefunden. Hansjörg Sahli

Melanie Kummer hat ihre «Traumpfarrstelle» gefunden. Hansjörg Sahli Melanie Kummer hat ihre «Traumpfarrstelle» gefunden. Hansjörg Sahli

Solothurner Zeitung

Seit etwas mehr als einem Jahr wirkt Melanie Kummer bereits in der Reformierten Kirchgemeinde Messen. Doch weil sie und der Kirchgemeinderat sich – zwecks gegenseitigen Kennenlernens – darauf einigten, ihre Anstellung vorerst auf ein Jahr zu befristen, galt sie in dieser Zeit noch nicht als offizielle Pfarrerin der Kirchgemeinde. Dies ist nun anders. Gestern wurde sie in der Kirche Messen als neue Pfarrerin in ihr Amt eingesetzt oder installiert, wie dies in der Kirchensprache heisst. Als Installator wirkte der Langnauer Pfarrer Matthias Zehnder, bei dem sie als Vikarin Einblicke in den Pfarrberuf gewinnen konnte.

Nicht nur eine Dienstleistung

Man vergesse gerne, dass das Pfarramt nicht etwa ein Dienstleistungsunternehmen sei, sagte Pfarrer Zehnder in seiner Predigt. Vielmehr habe eine Pfarrperson auch heute noch eine Brückenfunktion zwischen Gott und den Gläubigen wahrzunehmen. Obwohl es nach reformierter Lehre ja eigentlich keines Mittlers bedürfe, gehöre es zu den Aufgaben der Pfarrerin, das spirituelle Reich lebendig zu halten. Doch wie verlockend es auch sei, sich auf das Spirituelle zurückzuziehen, müsse das Pfarrertum mehr wollen. «Hie und da muss der Finger auf einen wunden Punkt gelegt werden.» Es brauche das prophetische Wort und dabei müsse die Kirche zuweilen auch politisch werden. Matthias Zehnder wünschte, Melanie Kummer möge ihr Amt geistreich und begeistert ausüben, befreiend, aber auch ermutigend zu wirken, dort wo sich Schatten breit machten.

Die Kirchgemeinde Messen erstreckt sich über die Solothurner Dörfer Messen, Balm, Oberramsern, Gächliwil und Brunnenthal und über die bernischen Gemeinden Ruppoldsried, Mülchi, Etzelkofen und Scheunen. Daher überbrachte, der Tradition im Kanton Bern folgend, Christoph Lerch, der Regierungsstatthalter des Verwaltungskreises Bern-Mittelland, die Wahlerkennung der neuen Messner Pfarrerin und «die besten Wünsche und Grüsse des bernischen Kirchendirektors». Es sei ihm wichtig, sagte Lerch, dass seine Präsenz nicht nur einen formellen Charakter habe. Im Gespräch mit Melanie Kummer habe er ihre Freude gespürt, das Pfarramt in Messen ausüben zu dürfen. Lerch zeigte sich zudem beeindruckt von der Selbstverständlichkeit, wie sie der Kirche ein Gesicht gäbe.

Auch eine Heimat

Nachdem Melanie Kummer die Segnung von Matthias Zehnder empfangen hatte, wandte sie sich an die Gemeinde und sagte, dass ihre Person eigentlich nicht derart im Mittelpunkt stehen sollte. «Worum es wirklich geht, ist Gott und Jesus Christus und der Heilige Geist. Und es geht um das Wort.»

Melanie Kummer wünschte sich schon während ihres Theologiestudiums, dereinst in einem Einzelpfarramt tätig zu sein, wie sie im Gespräch mit dieser Zeitung sagte. Stets habe sie sich, die in Ipsach aufwuchs, aufs Land hingezogen gefühlt. Beim Bewerbungsgespräch habe sie signalisiert, dass Messen ihre Traumpfarrstelle sei. Entsprechend gross sei ihre Freude gewesen, als sie im vergangenen November von ihrer definitiven Wahl erfahren habe.

«Ihr gebt mir nicht nur ein Amt, sondern auch eine Heimat», erklärte Melanie Kummer gestern in der Kirche und schloss mit den Worten: «Liebe Gemeinde, es ist schön, mit euch auf dem Weg zu sein.»