Schnottwil
Schnottwiler grillieren einen 429 Kilo schweren Muni am Spiess

An der 1.-August-Feier im Steigrüebli gab es ein eher seltenes Schauspiel zu erleben. Die Schnottwiler grillierten zur Nationalfeiner nämlich einen Muni am Spiess. Und dieser wog immerhin 429 Kilo.

Rahel Meier
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Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil
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Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil
Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil
Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil
Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil
Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil
Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil
Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil
Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil
Hier wird ein Mui gebraten
Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil

Markus Aeberhart (Leru) brät einen 400 kg Muni für die 1.-August-Feier in Schnottwil

Solothurner Zeitung

429 Kilo schwer war der Muni, der am 7. Juli geschlachtet wurde und am Sonntag im Steigrüebli an den sechs Meter langen Spiess kam. Markus Eberhard, im Bucheggberg nur als Leru bekannt, hat das Tier gegrillt. «Es ist der grösste Muni, den ich bisher am Spiess hatte», so Leru im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor mehr als 20 Jahren hat er an seinem Geburtstag zum ersten Mal einen Muni am Spiess gemacht. Der zweite kam dann vor sieben Jahren. Zwölf Munis hat er insgesamt gegrillt, das Tier für die Schnottwiler ist bereits das Zweite heuer.

Ein weiterer Meilenstein

Die 1. August-Feier in Schnottwil war ein weiterer Meilenstein im Jubiläumsjahr der Gemeinde. Statt der sonst üblichen Bratwurst hat sich das OK des Jubiläumsjahres dazu entschieden, heuer einen Muni am Spiess zu offerieren. Leru ist ein Schnottwiler, deshalb lag diese Idee nahe. Umrahmt wurde die Feier von der Musikgesellschaft. Dazu gab es ein Feuerwerk, das von Simon Eberhard und seinem Team fachmännisch abgebrannt wurde.
Gemeindepräsident Stefan Fahrer hielt die offizielle Rede. Er blickte in die Vergangenheit. Auf das Dorf «Snotwile», das vermutlich zu Beginn des 7. Jahrhunderts aus einem alemannischen Weiler entstanden ist. 1261 wurde es erstmals als Ort der Grafschaft Buchegg urkundlich erwähnt. Bekannt war das Dorf wegen der Mühlsteine, die bis nach Holland exportiert wurden. «Die Vorbereitungen und das Jubiläumsjahr haben zu einer Identifikation mit der Wohn- und der Heimatgeschichte beigetragen», so Fahrer. Schnottwil sei ein lebendiger und attraktiver Ort im Bucheggberg mit einer intakten Dorfgemeinschaft und einem Ortsbild von nationaler Bedeutung. Laut Fahrer gebe es weltweit keinen zweiten Ort, der den Namen Schnottwil trage. «Schnottwil ist also einzigartig und ich bin stolz ein Schnottwiler zu sein!» Er machte auf die Lebensqualität des Dorfes aufmerksam, das sich nicht vor den Städten zu verstecken brauche. «Hoffen wir also, dass Schnottwil seinen dörflichen Charakter, aber auch seine Vielfalt, und seine Einzigartigkeit beibehalten kann.» (rm)

Einen Muni am Spiess zu grillen, ist Schwerstarbeit. Leru sucht das Tier meist selbst beim Bauern aus. Weil der Muni in Schnottwil gegrillt wird, kommt es diesmal auch aus Schnottwil. «Ich habe ihn von meinem Bruder.» Nach dem Schlachten wird der noch warme Körper mit einer speziellen Marinade eingerieben. Dann kommt das Tier in den Kühlraum.
Alles selbst konstruiert

Bereits am Sonntagmorgen hat Leru den Grillplatz eingerichtet und seinen selbst konstruierten Grill aufgestellt. Am Sonntagnachmittag ist er dann zum Metzger gefahren und hat den Muni gemeinsam mit zwei Helfern aufgespiesst. «Das dauert rund zwei Stunden», erklärt Leru. Am späteren Sonntagnachmittag kam der Muni dann auf den Grill. Danach wurde er 24 Stunden lang gegart. Den Grillspiess treibt Leru mit einem Lanz-Bulldog-Traktorenmotor an. Während des Grillens wird der Muni mit Rotwein und Marinade feucht gehalten. «Es muss immer jemand beim Feuer sein.»

Acht bis zehn Ster Holz

Eine Feuerwand hinter und eine vor dem Grill sorgen für die richtige Temperatur. «Acht bis zehn Ster Holz brauche ich dafür.» Ausserdem hänge es von der Aussentemperatur ab, wie lange der Muni am Spiess braten muss. Ein Dach über dem Grill sorgt dafür, dass es nicht auf das Feuer und den Muni regnet und ausserdem hilft es mit, dass der Wärmeverlust nicht allzu gross ist. Nach vier bis fünf Stunden sei die Oberflächentemperatur des Fleisches so um die 100 Grad, wenn der Muni fertig ist, hat er innen rund 65 Grad.
Wird mehr gegessen als normal

Leru grillt nicht nur den Muni, er liefert auch den Kartoffelsalat und das Salatbuffet, das es zum Fleisch gibt. Wenn der Muni fertig gegrillt ist, dann muss es schnell gehen. «Es braucht eine Menge Leute, um so viel Fleisch zu essen.» Erfahrungsgemäss würden aber in einem solchen Fall durchschnittlich 300 bis 500 Gramm Fleisch verspeist - während man sonst durchschnittlich von 200 Gramm ausgeht. Ein besonderer Leckerbissen für alle, die es mögen, sei zudem die Leber. «Die machen wir direkt vor Ort. Wer Leber möchte, kann das am Buffet sagen und dann wird sie nach den Wünschen der Kunden gebraten.

48 Stunden nicht im Bett

Noch am gleichen Abend wird der Grill mit allem, was dazugehört, abgebaut. Die Fleisch- und Knochenreste entsorgt Leru direkt im GZM Extraktionswerk in Lyss. Danach braucht er noch rund einen halben Tag, bis er seine ganzen Gerätschaften wieder geputzt hat. «Das Fett setzt sich überall fest und beginnt zu stinken, wenn es nicht schnell abgewaschen wird.» Alles in allem ist Leru rund 48 Stunden auf den Beinen, wenn er einen Muni grillt.

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