Schloss Buchegg
Kraftvoll am Kraftort: Drei Kunstschaffende füllen das Buechi-Schlössli

Bis zum 27. Juni ist im Schloss Buchegg eine Ausstelunng von Anneke van der Veen, Erwin Strausak und Pierette Müller-Schürmann zu sehen.

Gundi Klemm
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Ausstellung im Schloss Buchegg: Von links: Anneke van der Veen, Erwin Strausak, Pierrette Müller-Schürmann, Alex Erdiakoff.

Ausstellung im Schloss Buchegg: Von links: Anneke van der Veen, Erwin Strausak, Pierrette Müller-Schürmann, Alex Erdiakoff.

Michel Lüthi

Das aus Anneke van der Veen, Pierrette Müller-Schürmann und Erwin Strausak bestehende Künstlertrio verwandelt gegenwärtig Schloss Buchegg in ein vielgestaltiges Panoptikum. Geöffnet ist die Ausstellung jeweils an den Wochenenden bis zum 27. Juni.

«Ich bin glücklich, dass diese Werkschau als dritte dieses Jahres unter den gelockerten Bedingungen jetzt stattfinden kann», betonte Alex Erdiakoff (Küttigkofen), der im Auftrag der Stiftung Schloss Buchegg seit 14 Jahren in Nachfolge von Peter Lätt jährlich rund fünf Ausstellungen im Schlössli or-ganisiert, das als «Kraftort» im Bucheggberg bezeichnet wird. Kunst und die Historie von Ort und Bezirk seien zu seinem «Steckenpferd» geworden. Als Delegierter im Museums- verband Solothurn vertritt er Bucheggberger Interessen. Patricia Müller (Bibern), die selbst künstlerisch tätig ist, will im nächsten Jahr die Verantwortung als Ausstellungsorganisatorin übernehmen.

Experimentierfreudigkeit zeichnet die Bilder aus

Ob mit Acryl-Farben, in «Mixed-Media», abstrakt oder vor strukturiertem Hintergrund: Die Darstellungen rufen besondere Stimmungen im Betrachter hervor. Regelrechte Sogwirkung entfaltet die Malerei beispielsweise im Bild «Blaue Spirale» von Anneke van der Veen, die 1981 als aus Holland stammende Physiotherapeutin in die Schweiz kam. Im Berufsleben zwischen Bürgerspital und eigener Praxis fand sie keine Zeit für künstlerische Betätigungen, aber mit der Pensionierung wuchsen Gestaltungslust und Kreativität. Eine spürbare Experimentierfreudigkeit zeichnet die Bilder der in Fulenbach wohnenden und im Atelier in Schwarzhäusern arbeitenden Künstlerin aus.

Erwin Strausak (Lüterkofen) war beruflich als Maschineningenieur tätig, bereiste die Welt und kam nach der Pensionierung «aus Freude» zur Kunst. Er besuchte Kurse bei den regionalen Kunstschaffenden Bruno Ischi, Ursula Steiner und Barbara Freiburghaus, die ihm ein weites Spektrum von gegenständ- licher Malerei bis zu Kompositionen eröffneten, die an Piet Mondrian (Bild im oberen Stockwerk) erinnern könnten. Seine trickreichen, fantasievollen Objekte verraten den Techniker.

Lustige Mäuse aus Stein

Zu Gast im Schlössli ist mit Pierrette Müller-Schürmann (Oberbuchsiten), die erste Steinbildhauerin im Kanton, die im Bargetzi-Betrieb in Solothurn von 1970 bis 74 ihre Lehre ab-solvierte. Danach besuchte sie Kunstgewerbeschulen in Bern und Basel, wo sie unter anderem auch Schmieden und Schweissen perfektionierte. Seit 1999 freischaffend zauberte sie aus Stein Skulpturen, die dem wirklichen Leben nachgebildet sind. Mit podologischem Augenzwinkern sehen etwa die von ihr plastisch geschaffenen, im Schlossturmkeller baumelnden Füsse, aber auch die lustigen Mäuse gegenüber wie echt aus. Eine unersetzliche Stütze in ihrer doch kräftemässig anspruchsvollen Arbeit sei ihr Ehemann Meinrad, hebt sie hervor, der ihr mit Geduld und Geschick zur Seite stehe. Die Künstlerin beteiligt sich seit Jahren an Ausstellungen wie jetzt gerade wieder am Kunstweg 21 «Abartig schön» in Attiswil.

Die drei Kunstschaffenden, die bereits gemeinsam im «Näijerehus» in Hersiwil ausgestellt haben, fanden an der gut besuchten Vernissage ein beifallfreudiges Echo. Klanglich verschönert wurde die Eröffnung durch das Flötenquartett «Barock und meh» aus dem bernischen Wohlen.