Biberist

Schliessung der Papierfabrik Biberist kostet dreistelligen Millionenbetrag

Die Papierfabrik in Biberist soll schliessen - 550 Jobs sind in Gefahr

Die Papierfabrik in Biberist soll schliessen - 550 Jobs sind in Gefahr

Mit einer neuen Taktik versuchen hochkarätige Vertreter aus Politik und Wirtschaft, die von der Schliessung bedrohte Papierfabrik Biberist zu retten. Sie wollen der südafrikanischenSappi klarmachen, dass eine Schliessung Millionen kosten wird.

Die südafrikansiche Betreiberfirma Sappi soll so davon überzeugt werden, das eigentlich hochrentable Werk weiter zu betreiben. «Es geht um zwei- bis dreistellige Millionensummen für die Beseitigung von Altlasten und den Rückbau der Fabrikgebäude», sagt CVP-Nationalrat Pirmin Bischof gegenüber der Zeitung «Der Sonntag».

Offenbar gibt es beim Werk etliche Deponien. «Sappi hat das unterschätzt. Man muss ihr klarmachen, dass bei der Schliessung von Biberist grosse Kosten auf sie zukommen.» SP-Ständerat Roberto Zanetti spricht unverblümt von einer «Drohkulisse».

Eine Wegzugsteuer?

Auf dem Spiel stehen 550 Arbeitsplätze. Als weiteres Drohmittel steht eine Wegzugssteuer zur Debatte. Dieses wirkte bereits 1996 bei der abgewendeten Schliessung der Stahlfabrik Gerlafingen. Der Kanton drohte damals damit, die hohen Abschreibungen auf Investitionen zu besteuern und eine Steuer auf Fabrikanlagen zu erheben, welche abgezügelt werden sollten.

«Eine Wegzugssteuer ist eine interessante Idee», sagt dazu Jürg Müller, der frühere Chef der Papierfabrik und jetzt eine der treibenden Kräfte hinter dem Rettungsversuch. «Das würde die Schliessungsbilanz teurer machen.» Vom Kanton fordert er gleichzeitig, rasch die Vorschriften für den Rückbau und die Altlastenentsorgung zu verschärfen. (rsn)

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