Papierfabrik Biberist

Sappi-Mitarbeiter: «Der Entscheid ist schon hart»

Was Mitarbeiter zur Sappi-Teilschliessung sagen

Was Mitarbeiter zur Sappi-Teilschliessung sagen

Die Manager der Papierfabrik Biberist streichen per Ende Mai 134 Stellen. Weitere 320 stehen auf der Kippe, werden keine Investoren gefunden. Ein harter und enttäuschender Entscheid, wie die Mitarbeiter nach der Verkündung sagen.

Um 13.30 versammelten sich alle Mitarbeiter der Sappi Fine Paper in der Biberister Culturarena. Dann folgte das, was alle gefürchtet hatten: Verwaltungspräsident, Verwaltungsrat und Geschäftsführer verkündeten die Hiobsbotschaft: Die Produktionslinie 8 wird sofort lahm gelegt, 134 Mitarbeiter erhalten auf Ende Monat die Kündigung.

Papieri wird teilweise geschlossen

Papieri wird teilweise geschlossen

Als die ersten Mitarbeiter um 14 Uhr aus dem Gebäude kommen, werden sie bereits von den Medien erwartet. Vertreter von Fernsehen, Radio und Zeitung warten auf Reaktionen. Die ersten Mitarbeiter stürmen regelrecht vorbei und wollen ihre Ruhe haben. Doch einige bleiben stehen, diskutieren noch mit Kollegen - und auch mit der Presse.

Irene Kaiser hat nach dem Entscheid «ein gutes Gefühl», wie sie gegenüber az sagt. Immerhin dürften 320 Angestellte weiter in der Papieri arbeiten - zumindest bis auf weiteres. Mit der Lösung ist sie zufrieden: «Was uns die Sappi-Leute vorgestellt haben, ist meiner Meinung nach fair.»

«Weiter kämpfen»

«Der Entscheid ist ein kleiner Hoffnungsschimmer, aber dennoch enttäuschend», schätzt Heinz Grolimund den Entscheid der Sappi-Manager ein. Der Arbeiter an der Papiermaschine 9 zeigt sich unzufrieden darüber, dass nicht alle 550 Stellen gerettet werden konnten. «Nun müssen die verbleibenden 320 Angestellten weiter kämpfen», sagt er.

Besondern bitter könnte die Kündigungswelle Karl Reiter treffen. Er arbeitet an der Produktionslinie 8, die nun stillgelegt wird. «Der Entscheid ist schon hart», sagt Reiter, sieht jedoch auch Gutes. «Wir haben doch etwas erreicht.» Die Mitarbeiter könnten alle froh sein, dass 320 Arbeitsplätze zumindest für weitere zwei Monate erhalten bleiben könnten, so Reiter. Nun müsse gehofft werden, dass Investoren gefunden werden. (ldu)

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