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Saber-Arbeitsplätze: «Es ist eine Rettung möglich»

Die Papierfabrik in Balsthal, Saber Swiss Quality Paper, soll auf den angekündigten Abbau von 56 der 113 Mitarbeiten verzichten. Das haben die Betriebskommission und die Gewerkschaften in einer Eingabe an die Firmenleitung gefordert.

Franz Schaible
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Papierfabrik in Balsthal, Saber Swiss Quality Paper
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Papierfabrik in Balsthal, Saber Swiss Quality Paper

Bruno Kissling

«Der Abbau von 56 der 113 Arbeitsplätze in der Papierfabrik Balsthal kann verhindert werden.» So optimistisch zeigte sich Beat Jost, Leiter der Sektion Biel-Seeland/Solothurn der Gewerkschaft Unia, bei der gestrigen Präsentation der Vorschläge und Forderungen im Rahmen des Konsultationsverfahrens. Die von der Betriebskommission und den Gewerkschaften SPV, Unia und Syna ausgearbeitete Eingabe sei von der Belegschaft bei nur drei Enthaltungen einstimmig gutgeheissen worden.

Mitte August kündigte die seit 2009 zur indischen Saber-Papiergruppe gehörende Fabrik eine einschneidende Restrukturierung an. Die Hälfte des Personals soll entlassen, eine von zwei Papiermaschinen stillgelegt und den verbleiben Mitarbeitenden soll der Lohn temporär um zehn Prozent gekürzt werden (wir berichteten).

Darlehen von 5 Mio. Fr. gefordert

«Aber alle Beteiligten müssen ihren Beitrag leisten. Nur wenn alle mitziehen, ist die Rettung der Arbeitsplätze möglich», schränkte Jost ein. So soll Saber als Eigentümerin ein Konzerndarlehen von rund 5 Millionen Franken ins Werk einschiessen. Damit sollen die Projekte «Topas» (neue Stoffauflaufanlage bei der PM3, um neue Produkte herzustellen) und «Kokinho» (Weiterverarbeitung von in Balsthal gefertigten Halbfabrikaten in Indien) realisiert werden.

Ferner soll der Energielieferant AEK den Strom für den energieintensiven Betrieb vorübergehend zum Selbstkostenpreis liefern. Das würde die Produktion um jährlich 2 Millionen Franken entlasten. Die Standortgemeinde ihrerseits soll die Preise für die Wasserlieferungen vergünstigen. Die Solothurner Regierung (Jost: «Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler muss nun die Führung übernehmen»), die Gemeinde Balsthal und AEK sollen sofort Verhandlungen mit Saber aufnehmen. Und die Basler Kantonalbank als Kreditgeberin soll im neuen Kreditvertrag auf den erhöhten Risikozuschlag verzichten.

Keine Stilllegung der Maschine

Im Weiteren wird gefordert, die Papiermaschine TM5 befristet für ein Jahr weiterlaufen zu lassen. Es habe nach wie vor interessierte Kunden für die darauf produzierten Papiere. Verknüpft damit soll den tendenziell sinkenden Zellstoffpreisen sowie der leichten Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro Rechnung getragen werden. Ebenso sei auf die Lohnkürzung zu verzichten. Sie wäre vertragswidrig, wirke demotivierend und trage mit der geringen Einsparung nicht zur Rettung des Werkes bei.

«Dieses Massnahmenpaket ist insgesamt absolut zumutbar und ermöglicht die Rettung der bedrohten Arbeitsplätze», sagte Beat Jost. «Es braucht nun rasch Klarheit. Die Zeit der Ungewissheit ist für die Betroffenen unerträglich.» Entscheide seitens des Managements und des Verwaltungsrates sind noch nicht gefallen.

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