Balm bei Messen
Rutschungen sollen möglichst verhindert werden

Im Norden von Balm bei Messen kommt es immer wieder vor, dass der Boden nachgibt und ins Rutschen kommt. Bis 2019 soll der Schutzwald deshalb nachhaltig verstärkt werden

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Im Jahr 2007 gab es Probleme mit der Strasse, weil diese abrutschte und saniert werden musste

Im Jahr 2007 gab es Probleme mit der Strasse, weil diese abrutschte und saniert werden musste

Oliver Menge

Balm bei Messen liegt am Südfuss des bewaldeten Bucheggbergs und bildet den östlichen Teil der Gemeinde Messen. Am steilen Hang nördlich des Dorfes werden die Schichten der Unteren Südwassermolasse von der Oberen Meeresmolasse überdeckt. Der unten liegende Mergel ist schlechter wasserdurchlässig als der oben liegende Sandstein.

Zusammen mit der grossen Hangneigung von über 25 Prozent gibt es immer wieder Gleitflächen im Untergrund. Deshalb besteht ein Gefahrenpotenzial an Rutschungen. Mehrere Ereignisse in den letzten Jahren zeugen von der Rutschaktivität in diesem Gebiet.

Funktion eines Schutzwaldes

Ein Schutzwald sollte den Boden mittels Wurzelwerk mechanisch armieren und damit sichern. Mit einem Schutzwald kann zudem der Bodenwasserhaushalt verbessert werden. 30 Prozent des Jahresniederschlags sollten direkt in die Atmosphäre verdunsten. Zusätzlich wird die Versickerung des Wassers erleichtert und das Wasser fliesst leichter von der Oberfläche ab, was wiederum mögliche Erosionseffekte reduziert. Der Schutzwald bei Balm bei Messen kann diese Aufgabe nur erfüllen, wenn die Baumbestände aufgelockert und auf eine stabile Struktur hin verbessert werden. Ziel der Massnahmen ist ein stabiler und stufig aufgebauter Wald, der die Gefahr von Rutschungen zu reduzieren vermag. (rm/rrb)

20 Hektaren Schutzwald

Im Rahmen der Schutzwaldausscheidung durch das Amt für Wald, Jagd und Fischerei wurde oberhalb des bewohnten Gebietes von Balm bei Messen ein Schutzwald (Schutzwald BL-20-1) ausgeschieden. Damit soll das Schadenpotenzial künftig reduziert werden. Der Schutzwald oberhalb Balm erstreckt sich vom östlichen Dorfrand bis zur westlich gelegenen Rutschfläche Rapperstübli von 2006.

Die Abgrenzung wird oben durch die Hangkante und unten durch den Waldrand gebildet. Der Perimeter umfasst 20,39 Hektaren und ist im Besitz von 17 Privatwaldeigentümern und den Bürgergemeinden Balm bei Messen und Biezwil.

Projekt erarbeitet

Der Forstbetrieb Bucheggberg hat ein Programm für ein Schutzwaldprojekt entwickelt. Das Projekt gibt Auskunft über die erforderlichen Massnahmen und Kosten während der nächsten acht Jahre. Ziel des Schutzwaldprojektes ist die Gewährleistung und Verbesserung der Sicherheit von Personen und Sachschäden durch Rutschungen für das überbaute Gebiet von Balm bei Messen.

Das Schutzwaldprojekt läuft in den Jahren 2011 bis 2019 und kostet insgesamt 260 000 Franken. Davon sind 80 Prozent beitragsberechtigt. Das heisst, dass 208 000 Franken vom Kanton übernommen werden. Die restlichen 20 Prozent übernimmt die Einwohnergemeinde Messen, als Nutzniesserin des Projektes. Alle Waldeigentümer haben sich mit dem Projekt schriftlich einverstanden erklärt. Bis ins Jahr 2019 werden nun diverse Holzerei- und Pflegeeingriffe auf der ganzen Fläche ausgeführt. Der Regierungsrat hat das Projekt nun genehmigt. (rm/rrb)