Westernreiten

Ross und Reiter punkten auch mit ihrem Outfit

Barbara De Wit bei ihrem finalen Auftritt am Amateur Western Riding, wo sie sich – erneut – die Goldmedaille holt. Foto: Felix Gerber

Barbara De Wit bei ihrem finalen Auftritt am Amateur Western Riding, wo sie sich – erneut – die Goldmedaille holt. Foto: Felix Gerber

An der Schweizer Meisterschaft im Westernreiten überzeugen die Reitsportler nicht nur mit ihrer Technik.

Da ist nichts von karierten Hemden und Jeans zu sehen. An der Schweizer Meisterschaft im Westernreiten auf dem Pferdesport-Zenter Russmatt der Familie Flury erscheinen Reiter und Reiterinnen in eleganten, figurbetonten, glänzenden Blusen oder Hemden mit farbigen Mustern und Stickereien. Die optische Komponente scheint hier ebenso wichtig zu sein wie die Leistungen von Pferd und Reiter. Barbara De Wit, die zum dritten Mal in Folge den Schweizer-Meister-Titel im Amateur Western Riding verteidigt, lässt ihre Blusen für Wettkämpfe eigens anfertigen. «So muss ich nicht riskieren, dass jemand anders im selben Outfit erscheint», lacht sie.

Mit reichlich Silber geschmückt

Ihre von Weitem grün-irisierende Bluse weist aus der Nähe betrachtet violett glänzende Punkte auf hellgrünem Grund auf. Kragen und Manschetten sind in braunem Stoff gehalten, umrandet von grünen Glassteinen. Auf dem Kopf sitzt der obligate Stetson. Die Fransen der schwarzen ledernen Chaps flattern im Takt zum Galopp des Pferdes. Die Westernstiefel mit nach oben gebogen Spitzen garantieren optimalen Halt in den silbernen Steigbügeln. «Die sind zwar nicht nach Mass angefertigt, aber bequem», betont De Wit. Die Radsporen an den Absätzen sollen möglichst selten zum Einsatz kommen. Eine grosse Schnalle ziert den Gürtel der Schweizer-Meisterin. Solche kaufe man nicht, die gewinnt man, sagt sie stolz. Tatsächlich winken bei vielen Turnieren solche «Buckles» als Preise.

Nicht nur die Reiter und Reiterinnen, sondern auch die Pferde sind herausgeputzt. Die exakt gestutzten Mähnen sind in aufwändiger Arbeit zu Zöpfen geflochten oder mit Holzperlen zu einzelnen Büscheln zusammengefasst. Fein ziselierte Beschläge aus Sterling-Silber zieren Sättel und Zaumzeug. Ihr Sattel sei eher bescheiden, gesteht die Amateurreiterin. Die Profis legten noch viel mehr Wert auf reichlich Silberbeschläge.

Technik und Präzision

Mit elf Jahren begann De Wit mit dem Reiten. Von Springkonkurrenzen über Pferderennen kam sie schliesslich vor über 20 Jahren zum Westernreiten. «Es musste eine etwas ruhigere Sportart sein», begründet sie. Bei dieser Disziplin komme es vor allem auf Technik und Präzision an. Auch wenn die Übungen einfach aussähen, müsse der Reiter sein Pferd in geduldiger Arbeit zu einem willigen Partner und Mitarbeiter erziehen. «Die Harmonie zwischen Mensch und Pferd ist das A und O beim Westernreiten», weiss sie aus Erfahrung. Presseverantwortliche Simone Reiss betont, dass ein Westernpferd nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit sein müsse, um erfolgreich zu sein. Dazu sei viel Abwechslung beim Training wichtig. Das Pferd müsse auch einfach Pferd sein können und «die Sau rauslassen», wie De Wit sich ausdrückt.

Seit sieben Jahren reitet die Möbel- und Leuchten-Designerin den 14-jährigen Heza Lopin Jesse. Neben ihrem 80-Prozent-Job bewegt sie den Quarter Horse Wallach täglich. Vor Turnieren gar zweimal am Tag. «Das tue ich dem Pferd zuliebe», erklärt sie, denn es müsse konditionell optimal in Form sein, um einen Wettkampf erfolgreich und mit Freude zu bestreiten.

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