Bucheggberg
Rodungen an der Aare schaffen Platz für Neues

Sinnlose Abholzung schöner, gesunder Bäume am Aareufer? Für viele Leser eine völlig unverständlich Aktion. Der Kreisförster bringt Licht ins Dunkel.

Simon Scheidegger
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Sinnlose Abholzung oder Nutzen?

Sinnlose Abholzung oder Nutzen?

Solothurner Zeitung

Das Echo in der Bevölkerung war ziemlich gross. Die SMS- und Leserbriefseite dieser Zeitung war des Öftern mit mehr oder weniger bösen, jedenfalls durchwegs verständnislosen Reaktionen aus der Leserschaft bestückt. Der Grund: Rodungsaktionen am Aareufer. «Warum fällt man die Aare entlang die schönen, grossen Bäume?», fragte nicht nur ein Leser.

Wie Ulrich Stebler, Kreisförster im Forstkreis Bucheggberg/Lebern erklärt, haben die Rodungen durchaus ihren Sinn und Zweck und stellen nicht, wie von einigen Lesern vermutet, eine mutwillige, planlose Aktion dar. Stebler legt Wert auf die Feststellung, dass zahlreiche Faktoren den Entscheid beeinflussen, ob die Forstarbeiter zur Kreissäge greifen müssen.

Im Intervall von 6 bis 8 Jahren

Einerseits sei das Thema «Sicherheit» zu beachten. Denn beispielsweise könnten durch herunterfallende Äste Personen, aber auch Sachen zu Schaden kommen. Solche Unfälle müssten vermieden werden, unter anderem eben durch eine präventive Beurteilung der Lage, die von Experten des kantonalen Amtes für Wald, Jagd und Fischerei vorgenommen wird.

Zu Fragen und Kritik Anlass gab allerdings auch das Ausmass, in dem die Baumfällaktion vorgenommen wurde. «Hunderte von gefällten, starken, schönen Tannen säumen aufgestapelt einmal mehr den Wegrand», enervierte sich ein Leser dieser Zeitung. Doch auch diesen Vorwurf entkräftet Ulrich Stebler: «Wenn die Rodungen nicht in diesem Ausmass vorgenommen würden, dann wäre der Einsatz des Kreisförsters und der von Kanton und Gemeinde involvierten Personen viel öfter nötig.» Dies wiederum würde Aufwand und Kosten in die Höhe treiben. Aus diesem Grund sei es die Norm, «dass es im Intervall von sechs bis acht Jahren
zu Rodungen kommt».

Ein «Fenster» zum Fluss

In einigen Gebieten werden Bäume aber auch gefällt, um anschliessend mit fruchttragenden Sträuchern ersetzt zu werden. Dadurch soll laut Stebler der ökologische Wert gesteigert und Vögeln ein besserer Lebensraum geschaffen werden. Daneben soll Spaziergängern durch gezieltes Roden einzelner Bäume oder Baumgruppen ein «Fenster» mit Blick auf die Aare geschaffen werden.

«Viele Leute», betont Kreisförster Stebler, «sind sich der Dynamik, die beim Wachstum herrscht, nicht bewusst, was dann dazu führen kann, dass die Arbeit der Förster als verfrüht oder unnötig angesehen wird.»

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