Es war die zweitletzte Delegiertenversammlung, die Hannes Friedli gestern Abend als Präsident der Regionalplanungsgruppe espace Solothurn (Repla) geleitet hat. Damit nach Friedlis Rücktritt im nächsten Jahr die Repla professionell weitergeführt werden kann, soll ein Geschäftsführer im 50-Prozent-Pensum eingestellt werden.

Ähnlich des Modells des Verbandes der Solothurner Einwohnergemeinden VSEG sollen also Geschäftsführung und Präsidium getrennt werden. Bisher waren die beiden Aufgaben in der Person von Hannes Friedli vereint. «Idealerweise besetzt die Geschäftsführung jemand mit Bezug zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft», sagt Friedli.

Damit die Führungsstruktur angepasst werden kann, muss der Pro-Kopf-Mitgliederbeitrag der Gemeinden von 1.30 auf 1.80 Franken erhöht werden. Das Mandat wird auf rund 45000 Franken zu stehen kommen.

Opposition war nur gering

Die Delegierten in der Regiomech Zuchwil waren sich weitgehend einig, dass sich kaum eine Person finden lässt, die den Job mit ähnlich viel ehrenamtlichem Einsatz ausführt wie der heutige Präsident. «Hannes Friedli ist für die Repla ein Glücksfall», meinte Langendorfs Gemeindepräsident und Vorstandsmitglied Hans-Peter Berger. Ähnlich argumentierte der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri. «Die Repla schickt heute nicht mehr nur Projekte in die Vernehmlassung, sie stösst auch selber Projekte an.» Auch deswegen sei eine klare Trennung der Funktionen sinnvoll.

Ganz ohne Opposition ging der Antrag aber nicht über die Bühne. Für Hardy Jäggi (Recherswil) war das Begehren zu oberflächlich formuliert. «Was wird denn konkret teurer?», wollte er wissen. Auch Isaak Meyer (Lohn-Ammannsegg) wollte eine genauere Begründung: «Wo liegen die künftigen Aufgaben der Repla?». Hannes Friedli legte dar, dass man neben den Kernaufgaben Verkehr, Siedlung und Landschaft vermehrt auch Aufgaben im Bereich Umwelt und Energie übernehmen und die Kulturpolitik mitgestalten will.

Für Manfred Kaiser (Luterbach) schliesslich wurde der Antrag zu spät zugesandt, so dass er im Gemeinderat nicht mehr angemessen behandelt werden konnte. Kaiser gehörte denn auch zu den 4 Delegierten, die die Anhebung des Mitgliederbeitrags ablehnten. 35 dagegen stimmten zu.

«Sorgfältige Normenverstösse»

Der Verkehrs- und Raumplaner Jürg Dietiker zeigte auf, wie sich die Mobilität auch in unserer Region entwickelt. Anhand verschiedener Situationen von Strassenräumen, etwa von der Ortsdurchfahrt Grenchen, stellte er das effiziente Nebeneinander von Langsam- und motorisiertem Individualverkehr dar.

Mit seinem Fazit «Fortschritt entsteht aus verantwortungsbewussten und sorgfältig bedachten Normenverstössen» erntete er das eine oder andere Schmunzeln. Hannes Friedli indes nutze die Gelegenheit, um den Vernehmlassungsprozess für die zweite Generation des Agglomerationsprogramms anzuschieben.