Jeder direkte Kontakt der Pferde des Reitsportzentrums St. Jakob mit Pferden aus anderen Betrieben sei verboten, heisst es in der Verfügung des Veterinärdienstes des Kantons Solothurn. Auf den Weidegang sämtlicher Pferde und auf Ausritte sei zu verzichten.

Man wolle auf jeden Fall verhindern, dass sich die Krankheit in Europa wieder ausbreite, sagte Kantonstierärztin Doris Bürgi Tschan am Montag im Regionaljournal Aargau/Solothurn von Schweizer Radio DRS.

Reitsportanlass musste abgesagt werden

Vergangene Woche war ein aus dem Libanon für ein Reitturnier in Bättwil importiertes Pferd positiv auf Antikörper der Seuche Rotz getestet worden. Das Tier soll noch nicht erkrankt sein.

Von fünf weiteren Pensionspferden, die sich in Bättwil in einem gemeinsamen Stall befinden, wird nun das Blut untersucht. Der Veterinärdienst will die Lage neu beurteilen, nachdem die Resultate dieser Untersuchungen voraussichtlich am Donnerstag vorliegen werden, wie aus der Verfügung weiter hervorgeht.

Das Reitsportzentrum veröffentlichte die Verfügung auf seiner Website. Wegen der gefährlichen Seuche hatte das Zentrum einen für das vergangene Wochenende geplanten Reitsportanlass absagen müssen.

Gefährliche Seuche

Die Seuche Rotz ist gemäss Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) eine ansteckende Infektionskrankheit. Diese äussert sich durch Knoten und Geschwürbildung auf den Schleimhäuten, den Atemwegen, der Haut sowie in den inneren Organen. Auch Menschen und andere Säugetiere können sich mit Rotz infizieren.

Der Erreger ist ein Bakterium. Die Übertragung erfolgt durch den direkten oder indirekten Kontakt mit infektiösen Körperausscheidungen. Laut BVET wurde die Krankheit im vergangenen Jahrhundert in Westeuropa ausgerottet. Verbreitet ist Rotz in Asien, weniger häufig in Afrika, im Nahen Osten und in Südamerika.