«Das Unglück geht mir sehr, sehr nahe», sagt Ferdinand Schneider, am Telefon; hörbar betroffen über das Ausmass des Car-Unglücks im Wallis, bei dem 28 Menschen starben, darunter 22 Kinder. «Es ist mehr als tragisch, eigentlich unvorstellbar», erklärt Schneider, der das 1954 gegründete Transport- und Carunternehmen in Langendorf in zweiter Generation führt. Denn es müssten zig Unwahrscheinlichkeiten zusammengetroffen sein, damit es zu einem Unfall in diesem Ausmass kommen konnte. Kurz: «Es ist für mich nicht nachvollziehbar.» Glücklicherweise sei sein Unternehmen noch nie in einen grösseren Unfall involviert gewesen.

Hohe Kontrolldichte

Ebenso seine Chauffeure seien sehr betroffen. «Das Unglück ist natürlich Gesprächsstoff Nummer eins. Darüber reden ist immer das Beste, um ein Unglück, wenn man auch nicht direkt betroffen ist, zu verarbeiten.» Dabei würden die Chauffeure ihre Arbeit auch hinterfragen, beispielsweise ob für die Sicherheit der Fahrgäste immer alles gemacht werde. In seinem Betrieb stehe die Sicherheit an oberster Stelle. «Wir können uns keinen einzigen Fehler erlauben. Das Arbeits- und Ruhezeitgesetz ist für uns fast wie eine Bibel.» Die Chauffeure seien entsprechend sensibilisiert. Die Kontrolldichte sei sehr hoch; beispielsweise würden heute alle relevanten Fakten einer Carfahrt elektronisch aufgezeichnet. Die Aufzeichnungen müssten 28 Tage aufbewahrt werden.

«Spekulieren bringt nichts»

Zu Spekulationen, wonach ausländische Carchauffeure weniger gut ausgebildet seien, wollte Schneider keine Stellung nehmen. Ebenso wenig will er über die Unfallursache spekulieren. «Das bringt nichts. Wenn die Ursachen aber bekannt sein werden, dann wird das allenfalls zu Anweisungen an die Chauffeure führen.»

Kaum Einfluss auf Nachfrage

Auf die Nachfrage nach Carreisen hätten solche Unglücke erfahrungsgemäss wenig Einfluss, jedenfalls bei Schneider Reisen. «Wir sind ein regionales Unternehmen und wir haben das Vertrauen unserer Kundschaft. Das ist das höchste gut für ein Carunternehmen.».

Das Langendörfer Familienunternehmen Schneider Reisen AG betreibt 12 Cars, die von zehn fest angestellten Chauffeuren und 20 Chauffeuren im Teilzeitpensum als Aushilfen gefahren werden.