Finanzen
Regionale Aktienkurse sind tief abgestürzt

Die Turbulenzen an der Finanzmarktfront haben sich an der Schweizer Börse niedergeschlagen. Die Aktienkurse sind 2011 gegenüber dem Vorjahr mehrheitlich gesunken. Dem konnten sich auch die Firmen in der Region nicht entziehen.

Franz Schaible
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Keystone

Die Anleger mussten vielfach happige Kursverluste verkraften. Nebst den «allgemeingültigen» Negativfaktoren wie drohende Rezession, Schuldenkrise und starker Franken haben unternehmensspezifische Gründe dazu geführt.

Den tiefsten Fall verzeichnete der Titel des Buntmetallherstellers Swissmetal in Dornach. Vor Jahresfrist kostete die Aktie Fr. 7.42, aktuell ist sie für Fr. 1.69 zu haben. Das entspricht einem Minus von über 70 Prozent. Das traditionsreiche Unternehmen befindet sich in Nachlassstundung. Absatzprobleme und Managementfehler führten zu riesigen Verlusten, fast alle Angestellten in Dornach wurden entlassen.

Nichts zu lachen für Aktionäre von Meyer Burger

«Fukushima» heisst der Grund für den Kurssturz der beiden grossen börsenkotierten Energieunternehmen. Der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie führte sowohl bei der Oltner Alpiq wie beim Berner Stromkonzern BKW zu gewaltigen Abschreibern auf geplanten Projekten für neue AKWs. Zudem sind die Handelspreise für den Strom stark gesunken, die Margen schrumpfen. Beide Konzerne wollen Kosten sparen und bauen Personal ab. Kurz vor der Atomkatastrophe in Japan im März zahlten Anleger für die Alpiq-Aktie über 380 Franken. Inzwischen hat sich der Wert mehr als halbiert. Ähnlich negativ fällt der Kursverlauf des BKW-Titels aus; der Kurs sackte von Fr. 80.50 am 1. März bis auf Fr. 29.50. Innert Jahresfrist resultiert ein Verlust von 51,8 Prozent.

Nichts zu lachen hatten ebenfalls die Aktionäre der Thuner Unternehmung Meyer Burger. Der Titel des Herstellers von Maschinen für die Produktion von Solarpanels hat über 45 Prozent an Wert eingebüsst. Grund ist die sinkende Nachfrage nach Solarzellen, was den Bedarf an Meyer-Burger-Maschinen deutlich verringerte. Andere Unternehmen, wie etwa Mikron, Tornos oder Schaffner litten unter den Wechselkursen. Die stark exportorientierten Betriebe kämpfen mit schwindenden Margen.

Berner Kantonalbank im Plus

Unter den Gewinnern schwingt bei den börsenkotierten Firmen in der Region eine Unternehmung weit obenaus. Zwei Gründe sorgten für das starke Plus von fast 27 Prozent der Synthes-Titel. Einerseits konnte das Medizinaltechnikunternehmen wiederholt starke Geschäftszahlen vorlegen. In den ersten neun Monaten 2011 steigerte Synthes den Umsatz um 10 Prozent. Zudem beflügelte die Übernahme durch den US-Konzern Johnson&Johnson zu einem attraktiven Preis den Aktienkurs. Daneben haben nur noch fünf Firmen mit Sitz in der Region das Börsenjahr 2011 mit einem Kursgewinn abschliessen können. Darunter befindet sich die Berner Kantonalbank (plus 2,5 Prozent). Als regional ausgerichtetes Geldinstitut war die Bank von den Turbulenzen auf den globalen Finanzmärkten wenig betroffen. Zum Vergleich: Die Titel der UBS verloren 29,6 Prozent, jene der Credit Suisse 45,9 Prozent.

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