Der Solothurner Maler Cuno Amiet war es 1958; der Oltner Jazzer Umberto Arlati war es 2010. Sie waren die Preisträger der höchsten Auszeichnungen, die der Solothurner Regierungsrat zu vergeben hat: den Kunstpreis.

Ende der Sechziger- und Anfang der Siebzigerjahre wurden die so genannten Förderpreise, ein Kulturpreis, Werkpreis und Werkjahrbeiträge eingeführt und im Jahr 1992 beschloss der Regierungsrat folgende Regelung: Der Kanton vergibt einen Kunstpreis in der Höhe von 20 000 Franken, Auszeichnungspreise für verschiedene kulturelle Disziplinen und Anerkennungspreise in der Höhe von je 10 000 Franken sowie Werkjahrbeiträge für junge, hoffnungsvolle Kunstschaffende in der Höhe von 18 000 Franken. All diese Preisträger wurden vom Kuratorium ausgewählt und dem Regierungsrat vorgeschlagen.

Zeitgemässe Preise?

Schon länger wurden im Kuratorium Diskussionen darüber geführt, wie zeitgemäss diese Preise noch seien. Besonders die Kategorie «Werkjahrbeitrag» gab immer wieder zu Diskussionen Anlass. Nun hat der Regierungsrat beschlossen, die Vergabe in dieser Kategorie ab 2012 neu zu regeln. Neu können sich junge Kunst- und Kulturschaffende für einen Förderbeitrag selbst beim Amt für Kultur bewerben.

So sollen auch Kulturschaffende aus weniger bekannten oder neu entstandenen Disziplinen besser berücksichtigt werden. Neu können jährlich bis zu zwölf Förderpreise von je 15 000 Franken vergeben werden, müssen aber nicht. Diese Preise gehen an die Fachrichtungen bildende Kunst, Architektur und Musik; Theater und Tanz; Foto und Film sowie Literatur und Kulturvermittlung/Kulturaustausch.

Das übrige Preisgefüge bleibt

Bei den Auszeichnungspreisen beschloss der Regierungsrat, grundsätzlich am bisherigen Konzept aus dem Jahre 1992 festzuhalten. Er will damit das qualitativ herausragende Kulturschaffen weiterhin gebührend würdigen. Jährlich sollen ein Kunstpreis oder ein Kulturpreis in der Höhe von 20 000 Franken, maximal acht Fachpreise zu je 10 000 Franken und mindestens ein Anerkennungspreis zu 10 000 Franken verliehen werden.

Diese Preise werden weiterhin auf Vorschlag des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung vergeben. Für die neuen Strukturen, die ab 2012 gelten sollen, wurde ein Kostendach von 40 000 Franken bewilligt. Das sind 50 000 Franken mehr als bis anhin. In diesem Betrag sind auch die Kosten für die Übergabefeiern und die Künstler-Dokumentationen enthalten. Diese Ausgaben werden weiterhin vollumfänglich aus dem Lotteriefonds finanziert.

Mit der Auszeichnung künstlerischer Leistungen soll das kulturelle Leben im Kanton Solothurn und in den Regionen positiv beeinflusst werden, schreibt der Regierungsrat in seiner Verlautbarung von gestern. «Man weiss, dass die Kultur in all ihren Erscheinungsformen eine starke Ausstrahlung auf die gesellschaftliche und die wirtschaftliche Entwicklung besitzt. Sie ist deshalb für den Standort Kanton Solothurn und seine Zukunft sehr wichtig.» Die vom Kanton Ausgezeichneten würden so zu «unseren» Kunst- und Kulturschaffenden. Dies führe auch dazu, dass Gemeinden und Regionen ihre Kunstschaffenden vermehrt mit eigenen Kunst- und Kulturpreisen ins Zentrum der Öffentlichkeit rückten.