Anfang April war bekanntgeworden, dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) die Dossiers von 3200 der 9400 vorläufig aufgenommenen Eritreerinnen und Eritreer prüft. Der Synodalrat reagiert darauf "mit Bestürzung, Besorgnis und Unverständnis", wie er im Brief an die Justizministerin schreibt.

Die Bundesrätin und das SEM hätten dem politischen Druck nachgegeben, obwohl dafür objektiv kein Anlass bestehe. "Wir bitten Sie höflich, aber eindringlich, die laufende Überprüfung der vorläufigen Aufnahmen umgehend zu beenden und sie erst dann wieder aufzunehmen, wenn sich die Verhältnisse in Eritrea markant verbessert haben."

Viel Energie in Integration gesteckt

Die vorläufig Aufgenommenen hätten teilweise bereits viel Energie in ihre Integration gesteckt, geben die Kirchenvertreter zu bedenken. Werde diesen Personen die Aufenthaltsbewilligung entzogen, dürften viele in der Nothilfe landen oder untertauchen. Denn eine sichere Rückkehr in ihr Land sei zurzeit nicht möglich.

Der offene Brief an Sommaruga findet sich auf der Website der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. Auch der "SonntagsBlick" berichtete darüber.