Der Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse 40 in Solothurn in der Nacht auf Montag wurde nach ersten Erkenntnissen "durch unsachgemässen Umgang mit Raucherwaren" verursacht. Das teilt die Kantonspolizei Solothurn am späten Montagnachmittag mit. Weitere Ermittlungen seien im Gang.

Spezialisten der Kantonspolizei Solothurn waren den ganzen Tag über mit Untersuchungen zur Brandursache beschäftigt. Eine Person wurde vorläufig festgenommen, wie die Polizei weiter mitteilt.

Die Abklärungen zur Identifizierung der Opfer gestalteten sich aufwändig und dauerten ebenfalls noch an. Noch immer sind für die polizeilichen Ermittlungen derzeit rund 20 Mitarbeitende der Kantonspolizei Solothurn im Einsatz. 

Stadtpräsident Kurt Fluri sprach gegenüber dem Regionalsender Tele M1 von einem "schwarzen Tag für Solothurn". 

Der Nationalrat hielt während des heutigen Sessionstages eine Schweigeminute zu Ehren der Opfer und Hinterbliebenen ab.

Tote und Verletzte

Sechs Personen sind gemäss Polizei bei einem der schwersten Brände mit Todesopfern in der Schweiz ums Leben gekommen. Darunter sind auch Kinder. Vier Personen befinden sich gemäss Kantonspolizei mit "zum Teil schweren Verletzungen im Spital". Eine weitere Person konnte nach einer medizinischen Betreuung entlassen werden. Im Haus hätten sich zur Brandzeit 20 Personen aufgehalten.

Wie die Kantonspolizei am Morgen mitteilte, brach das Feuer wohl im Erdgeschoss aus. 

Alles voller Rauch

Ein Bewohner bemerkte gegen 2.10 Uhr Rauch im Treppenhaus und löste Alarm aus. Die Feuerwehr rückte mit einem Grossaufgebot aus. In dem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse in der Nähe der Altstadt von Solothurn befanden sich über zwanzig Personen. Die meisten von ihnen brachte die Feuerwehr in Sicherheit.

Als die Feuerwehr vor Ort eingetroffen sei, sei das ganze Gebäude voller Rauch gewesen, sagte Boris Anderegg, Kommandant der Feuerwehr der Stadt Solothurn: "Viele Personen standen am Fenster, welche um Hilfe schrien."

Für sechs Personen kam allerdings jede Hilfe zu spät. Unter ihnen sind auch Kinder. Die Opfer seien noch nicht identifiziert, sagte Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei. Daher könnten keinen genaueren Angaben gemacht werden. Beim Brand handle es sich um "einen sehr tragischen Fall".

Kinder sterben bei Brand im Mehrfamilienhaus

Kinder sterben bei Brand im Mehrfamilienhaus

In Solothurn sind in der Nacht auf Montag bei einem Brand sechs Personen gestorben. Unter den Opfern sind auch Kinder.

Noch während der Löscharbeiten evakuierten die Rettungskräfte das Nachbarhaus. Dessen Bewohner konnten noch in der Nacht in das Haus zurückkehren.

Brand Solothurn: Luftbilder zeigen das beschädigte Haus

Brand Solothurn: Luftbilder zeigen das beschädigte Haus

Beim Brand in einem Wohnhaus in Solothurn sind in der Nacht auf Montag sechs Menschen ums Leben gekommen. Darunter sind auch Kinder.

Nach ersten Erkenntnis entstand der Brand in einem unteren Stockwerk und entwickelte starken Rauch. Dieser breitete sich im ganzen Gebäude aus.

Im Einsatz standen Dutzende Angehörige der Feuerwehr Solothurn, der Kantons- und Stadtpolizei, Ambulanzen mehrerer Rettungsdienste sowie Care-Teams. Das Ereignis sei auch für die Rettungskräfte physisch und psychisch sehr belastend, sagte Gribi.

Feuerwehrkommandant Boris Anderegg: «Es war ein sehr einschneidender Einsatz»

Feuerwehrkommandant: "Es war ein sehr einschneidender Einsatz"

Beim Brand in einem Wohnhaus in Solothurn sind in der Nacht auf Montag sechs Menschen ums Leben gekommen. Darunter sind auch Kinder. Es war ein dramatischer Einsatz, auch für die Solothurner Feuerwehr, wie deren Kommandant gegenüber dem Videodienst von Keystone-sda ausführt.

Auch die Nachbarn sind geschockt: «Ich hörte draussen Kinder schreien und Erwachsene laut reden». Dann seien Polizeiwagen vorgefahren, «und ich dachte, die Polizisten wollten nur für Ruhe sorgen.» (chm/sda/jk)

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