Ständeratswahlen

Pirmin Bischof setzt sich auch gegen SP-Mann Zanetti durch

Siegte: Pirmin Bischof. ho

Siegte: Pirmin Bischof. ho

Das TeleM1-Publikum und die az-Leser haben entschieden: Mit 55,6 Prozent der Stimmen schlägt gewinnt CVP-Kandidat Pirmin Bischof das Duelle gegen seinen Kontrahenten aus der SP, Roberto Zanetti. Bischof ist damit der Sieger der Duell-Serie.

Als amtierender Ständerat muss SP-Mann Zanetti nur für den Schlussgang in den Ring steigen. Kampferprobt ist dagegen der CVP-Nationalrat, der zuvor die beiden Ausscheidungen gegen seine bürgerlichen Kontrahenten Walter Wobmann und Kurt Fluri klar gewonnen hat. Und Bischof sollte auch gestern Abend das bessere Ende für sich behalten. Er setze sich beim Zuschauervoting knapp gegen Zanetti durch.

Vielleicht bilden die beiden ab Herbst ja auch das Duo, das den Kanton im Stöckli vertritt. Harmonieren tun sie heute schon recht gut. Sie haben zusammen Dienst geleistet, zusammen sind die beiden Parlamentarier vom Bundeshaus ins Studio gefahren und sie tragen fast die gleiche - rote - Kravatte. Weshalb nur wolle er denn da den amtierenden Ständerat Zanetti aus dem Stöckli werfen, stellt Werner de Schepper, Moderator und stellvertretender az-Chefredaktor, die Einstiegsfrage an Nationalrat Pirmin Bischof. Er kandidiere nicht gegen jemanden, antwortete Bischof. «Es hat sich herumgesprochen, dass der Kanton Solothurn zwei Sitze hat.»

Keine Wahlempfehlung

Trotz mehrmaligem Nachhaken wollte keiner der beiden Auskunft geben, mit wem er den Kanton am liebsten vertreten möchte.

Beide Kandidaten liessen jedoch durchblicken, dass sie in einem zweiten Wahlgang schon einen zweiten Namen für ihren Wahlzettel wüssten. Da es keine vorgedruckten Wahlzettel mehr gäbe, so Zanetti, würden gemeinsame Wahlempfehlungen in einem zweiten Wahlgang wenig Sinn machen. Ständeratswahlen seien Persönlichkeitswahlen, ergänzte Bischof.

Klare Unterschiede

Trotz der gleichen - roten - Kravatte zeigten sich deutlich Unterschiede bei der Armee und den Grossbanken. Erfreut war Pirmin Bischof über die neuen Leitplanken für die Grossbanken. Die Eigenkapitaldecke von 19 Prozent sei eine «weltweit einmalige» Entscheidung.

Für Zanetti ist es dagegen eine gute Kommunikationsstrategie der Banken, dass jetzt alle von 19 Prozent sprechen. Denn auf das absolute Kapital der Bank bezogen, seien es nur drei bis vier Prozent. Unterschiedliche Vorstellungen hatten die beiden auch zur Armee. Der CVP-Mann befürwortete eine Armee mit 100 000 Soldaten, da diese im Krisenfall den Bestand über längere Zeit halten könnte. Für Zanetti dagegen sind 80 000 Mann genug, denn die reale Bedrohungslage liege momentan viel eher in der wirtschaftlichen Situation.

Seitenhiebe blieben nicht aus

Näher standen sich die beiden bei einer aktiven Industriepolitik des Bundes. Während Zanetti auf Hilfe der Politik für die Papierfabrik Saber in Balsthal plädierte, zeigte sich Bischof erfreut über die Annahme seiner Motion für die energieintensive Industrie im Nationalrat.

Trotz des kollegialen Tons blieben Seitenhiebe nicht aus. Er stehe zu einer schlagkräftigen Armee, sagte Bischof. Im Gegensatz zur SP sei es nicht sein Ziel, die Armee zu überwinden. Er werde in keiner Werbeserie einer Bank auftauchen, sagte dagegen Zanetti lakonisch - womit er ansprach, dass nun auch noch Pirmin Bischof in der Anzeigenkampagne einer regionalen Bank aufgetaucht ist.

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