Onyx AG
Peter König: «BKW ist der richtige Partner»

Verwaltungsratspräsident Peter König über seine acht Jahre an der Spitze der Onyx AG. Er übernahm 2004 als Nachfolger des heutigen Bundesrates Johann N. Schneider-Ammann das Präsidium. Am 8. Mai gibt er jedoch sein Amt ab.

Bruno Utz
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Peter König in seinem Heim in Feldbrunnen.

Peter König in seinem Heim in Feldbrunnen.

Hanspeter Bärtschi

Die Onyx Energie Mittelland AG (Onyx) entstand im Jahr 2000 aus den Elektrizitätswerken Wynau. Unter dem Dach der Holding arbeiten die drei Gesellschaften Onyx Energie Produktion AG, Onyx Energie Netze AG und Onyx Energie Dienste AG. Das regionale Stromunternehmen versorgt in den Kantonen Bern und Solothurn rund 180000 Kunden. 2004 übernahm Peter König als Nachfolger des heutigen Bundesrates Johann N. Schneider-Ammann das Präsidium des Onyx-Verwaltungsrates. An der Generalversammlung vom 8. Mai gibt König sein Amt ab.

Herr König, besteht ein Zusammenhang zwischen Ihrem Rücktritt und der momentan schwierigen Situation des Mutterhauses BKW?

Peter König*: Gar nicht. Die Onyx ist ein unabhängiges Unternehmen.

Weshalb treten Sie dann zurück?

Ich bin der Auffassung, dass ich meinen Teil zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beigetragen habe.

Sie haben 2005 den Weg geebnet für die Übernahme der Onyx durch die BKW. Ist die BKW auch aus heutiger Sicht immer noch der richtige Partner?

Davon bin ich voll und ganz überzeugt.

Weshalb?

Die Übernahme ermöglichte sehr viele Synergien. Und mit der 2008 erfolgten Eingliederung der BKW-Regionalvertretung Wangen an der Aare in die Onyx konnten wir unser Versorgungsgebiet vergrössern. Die BKW ist ein gut geführtes Unternehmen mit sehr guten Leuten.

Spürt die Onyx etwas vom wachsenden politischen Druck auf die BKW, das AKW Mühleberg abzuschalten?

Derzeit noch nicht.

Wäre das nach einer Stilllegung des AKWs der Fall?

Dies könnte Auswirkungen auf die Beschaffung des Stromes haben.

Onyx kauft den meisten Strom ein?

Mit unseren Kraftwerken Schwarzhäusern und Wynau produzieren wir lediglich etwa 10 Prozent unseres Strombedarfs selber. 90 Prozent beziehen wir von der BKW.

Kann die Schweiz die von Bundesrat und Parlament beschlossene Energiewende schaffen?

Die Visionen der Politik zu diesem gewaltigen Umbruch sind noch mit sehr grossen Fragezeichen behaftet. Ich bin noch nicht überzeugt, dass die Energiewende in der angekündigten Form gelingen kann.

Die Onyx wird nie ein Gas-Kraftwerk bauen und betreiben?

Nein. Wir sind ein zu kleiner Player auf dem Strommarkt. Das ist Sache der Grossen Alpiq, Axpo, BKW und EOS, die das irgendeinmal können, dürfen oder müssen. Dies zur Erfüllung der Versorgungssicherheit. Die Rahmenbedingungen müssten aber stimmen. Die hohen Investitionen sind nur möglich, wenn sie sich finanziell lohnen.

Welche Rolle fällt den regionalen Stromversorgern zu bei der Energiewende?

Wir können unsere Kunden zum Stromsparen und zur Benutzung von effizienteren Geräten animieren. Unser Ziel bleibt die sichere Versorgung all unseren Kunden mit Strom.

Wie hat sich die Strommarktliberalisierung auf die Onyx ausgewirkt?

Die Regulierungsdichte hat massiv zugenommen.

Seit 2009 können Grosskunden ihren Stromlieferanten wählen.

Das war das Ziel. Aber die Grosskunden sind nicht ausgestiegen. Dies, weil sie keine besseren Angebote erhalten
haben. Das betrifft nicht nur die Onyx.

Was passiert 2014, wenn auch die kleinen Kunden auswählen können?

Ich gehe von geringen Auswirkungen aus. Für die Kunden ist die Versorgungssicherheit wichtiger als ein allfällig geringer Preisvorteil.

Seit 30 Jahren will die Onyx die eigene Stromproduktion in Wynau mit dem Bau eines Aare-Stollens markant ausweiten. Hat das Projekt Chancen, einmal realisiert zu werden?

Der Ausbau der Wasserkraft spielt gerade bei der Energiewende eine bedeutende Rolle. Deshalb überarbeiten wir das Projekt und wollen es erneut zur Bewilligung einreichen.

Welche Anpassungen sind nötig?

Derzeit arbeiten wir an kleinen Retuschen und neuen Anforderungen wie dem Deponiekonzept, die wir erfüllen müssen. In Zusammenarbeit mit der BKW laufen derzeit auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Kann mithilfe der auf 100 Millionen Franken geschätzten Stollen-Investition marktfähiger Strom produziert werden?

Der Strompreis ist einem dauernden Auf und Ab ausgesetzt. Ich gehe davon aus, dass sich der Stollen-Bau bei einer absehbaren 100-jährigen Betriebszeit rechnet.

Was halten Sie von den dezentralen Solaranlagen?

Sie bedingen besondere Infrastrukturen bezüglich Netz, Messung und Verrechnung. Diese sind mit hohen Investitionen verbunden. Die subventionierten neuen Energien dürfen nicht zum Eigentor werden. Aus meiner Sicht sind noch sehr viele Fragen unbeantwortet.

Auf Ihren designierten Nachfolger, alt Ständerat Rolf Büttiker, warten zahlreiche Aufgaben. Werden Sie ihm einen Ratschlag mit auf den Weg geben?

Nein. Rolf Büttiker ist seit acht Jahren Vizepräsident. Ein nahtloser Übergang ist somit sicher.

Was freut Sie am meisten an Ihrer Präsidialzeit?

Dass uns die Integration in den BKW-Konzern gelungen ist. Und dass die Onyx immer noch eine selbstständige Tochtergesellschaft ist und nicht fusioniert wurde.

Wird es die Onyx in dieser Form in zehn Jahren noch geben?

Ich gehe davon aus. Kleine Stromversorger vor Ort sind wichtig für die Bevölkerung und die Industrie. So wissen die Leute, von wem der Strom kommt und an wen sie sich bei Fragen oder Problemen wenden können. Ich hoffe, dass die BKW diese Vorteile weiterhin anerkennt.

*Peter König wuchs in Langenthal auf.
Der verheiratete, aber kinderlose König brachte 2003 sein Bauunternehmen in die Kibag-Gruppe ein. Seit 1997 wohnt der heute 68-Jährige in Feldbrunnen SO.

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