Wahlen 2011
Peter Brudermann will den Ständeratssitz für Solothurn erobern

Peter Brudermann nimmt gerne an Wahlen teil: Der 43-Jährige war schon mal Nationalrats- (1991, SP) und Regierungsratskandidat. Nun will der Linkskonservative auch für den Ständerat kandidieren.

Stefan Frech
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Solothurn im Ständeratswahlkampf

Solothurn im Ständeratswahlkampf

Solothurner Zeitung

Peter Brudermann nimmt gerne an Wahlen teil: Der 43-Jährige war schon mal Nationalrats- (1991, SP) und Regierungsratskandidat (2001, unabhängig, mit 12433 Stimmen auf dem neunten von zehn Rängen); in Selzach trat er viermal zu den Gemeinderatswahlen an, zweimal wurde er gewählt (1997 für die SP und 2009 für die Freie Liste). Auch Gemeindepräsident wollte er 2009 werden - vergeblich. Immerhin erhielt er 30 Prozent der Stimmen. Und jetzt zieht der Berufsschullehrer, Vater von drei Kindern und passionierte Sportschütze auch noch in einen Ständerats-Wahlkampf.

Schadet Brudermann der SP?

Peter Brudermann tritt als Parteiloser zum zweiten Wahlgang an. Aus der Selzacher SP-Sektion ist er bereits vor den letzten Gemeindewahlen ausgetreten; bei der SP Kanton Solothurn ist er aber immer noch Direktmitglied. Deshalb hat er gestern die SP-Spitze über seine Kandidatur informiert. «Die Geschäftsleitung wird am 9. November entscheiden, ob Brudermanns Kandidatur der SP schadet», erklärt SP-Sekretär Niklaus Wepfer auf Anfrage. Je nach dem werde man Brudermann bitten, seine Mitgliedschaft zu sistieren oder aufzugeben. Das würde Peter Brudermann nicht leicht fallen. «Im Herzen» fühlt er sich immer noch als «Büezer» und der SP nahe.

Vor allem in der Sozial- und Wirtschaftspolitik decken sich die Ansichten des gelernten Maschinenmechanikers mit denjenigen der Linkspartei. In der Ausländerpolitik und der EU-Frage hingegen sieht er sich eher der SVP nahestehend. «Es braucht eine gute Integrationspolitik für Ausländer; wer dann aber hier Regeln bricht und kriminell wird, soll ausgeschafft werden.» Peter Brudermann bezeichnet sich als «linkskonservativ». Er hofft, dass ihm nicht zuletzt viele SP- und SVP-Wähler ihre Stimme geben werden. «Ich habe durchaus eine Chance, gewählt zu werden.» Brudermann sieht sich als Alternative zu den beiden anderen Kandidaten Kurt Fluri (FDP) und Pirmin Bischof (CVP). «Ich kenne die konkreten Sorgen der Bevölkerung besser als die beiden Juristen mit ihren vielen Verwaltungsratsmandaten.» Als Beispiel nennt der Berufsschullehrer am BBZ Biel die ins Unerträgliche steigenden Krankenkassenprämien.

Noch keinen Wahlkampf-Plan

Wie Peter Brudermann seinen geringen Bekanntheitsgrad in den kommenden Wochen erhöhen will, weiss er noch nicht. Dafür weiss er, was er als Ständerat machen will: «Ich werde mich für die Förderung der Alternativenergien und für die Harmonisierung des Bildungswesens einsetzen.» Zudem verspricht er, bei den Bundesratswahlen zwei SP- und zwei SVP-Vertreter zu wählen - und keine Verwaltungsratsmandate anzunehmen. Aus diesem Grund hat er auch kein Problem mit dem Vorwurf, dass es ihm im Vergleich zu Fluri und Bischof an politischer Erfahrung fehle. «Ein grosser politischer Leistungsausweis ist in den meisten Fällen schädlich, weil allzu viele Verwaltungsratsmandate damit verbunden sind», sagt Brudermann.