Solothurner Rap

Pato im Interview: «Ich halte viele Songs bereit. 2020 wird ein gutes Jahr»

Auf seiner EP reflektiert Pato seinen Weg als Künstler.

Auf seiner EP reflektiert Pato seinen Weg als Künstler.

Der Solothurner Rapper Pato reflektiert auf seiner neuen Extended Play (EP) «Ohni-Grund» sein Künstlerdasein.

Der 20-jährige Solothurner Rapper Pato hält nach Auftritten im Kofmehl, im Berner «Bierhübeli» sowie am Gurtenfestival und weiteren grossen Bühnen neue Musik bereit. Wie der Musiker mit bürgerlichem Namen Luca Lang auf seiner Website bekannt gibt, habe er sich auf eine intensive innere Findungsphase eingelassen.

Der wohl bekannteste Physiker Einstein ist einer der „Akteure“ Deiner neuen EP. Inwiefern war er für die Arbeit inspirierend?

Viele Teile der neuen EP befassen sich mit dem Thema Liebe. Liebe zu sich selbst, Liebe zu andern und Liebe zum Leben. Bei diesen Denkprozessen diente mir Albert Einstein als Gegenpol, da er symbolisch für die Wissenschaft, im weiteren Sinne für das Fassbare und Rationale steht, was Liebe sicher nicht immer ist. Wenn man sich intensiver mit der Person Einsteins befasst, bemerkt man, dass er alles andere als ein gefühlloser Mathematiker war. Vielmehr war er ein philosophischer, humanistischer Denker, von dem ich sehr viel Inspiration gewinnen kann.

Was hat Dich sonst bei den fünf Stücken thematisch inspiriert?

Für mich waren dies die wichtigen Fragen: Wie gehe ich an Musik heran? Mit welchen Werten starte und durchlaufe ich den Schaffensprozess? Bei dieser EP bin ich zum Schluss gekommen, dies am besten eben „Ohni Grund“ zu tun, den Schaffensprozess sehr gefühlsbetont und emotional geschehen zu lassen und frei zu werden von vorgefertigten rationalen Gedanken. Ich denke mit dieser Herangehensweise will ich auch in Zukunft beibehalten. So entsteht für mich die reellste Kunst. So wird die Musik „ächt“.

Welchen Stellenwert hat Deine Heimat Solothurn bei Deiner Musik?

Solothurn ist Heimat. Als ich noch hier zur Schule ging, war es schwierig einzuschätzen, was Solothurn für mich ist, da ich gar nichts anderes kannte. Nun, da mich meine Projekte immer mehr aus der Stadt bringen und ich viel Zeit woanders verbringe, wird es mir bewusst. Es ist Heimat. Es ist der Ort an dem ich meine Batterien aufladen kann. Ein Mensch wie ich passt auch in so eine Kleinstadt. Ich fühle mich hier wie in einer kleinen, grossen Familie, ein Gefühl, das mir Bern oder Zürich nicht geben kann.

Wie und mit wem hast Du für diese EP gearbeitet?

Ich habe bei der EP mit denselben Leuten wie schon immer gearbeitet. Neu dazugekommen ist Ben Mühlethaler, der Mix & Master gemacht hat. Aufgenommen habe ich bei Bensch im 13ner Studio Solothurn.

Im Song "Kunst" sprichst Du von "Dudes", die mit dem Finger auf Dich deuten und Dich fördern. Wer gibt Dir konkret Rückenwind?

Was Promotion angeht mache ich nach wie vor den grössten Teil selbst. Natürlich habe ich in vier Jahren Musik machen einige Freunde gewonnen, die die ein oder andere Türe für mich auftreten können. Ich habe aber nach wie vor kein Label oder Geldgeber im Rücken. Ich habe mich im letzten Jahr bewusst dafür entschieden, aktuell independent zu bleiben, um gewisse Steps mit meinem eigenen Team zu machen. Irgendwann ist es schon mein Ziel mit einem Label zusammenzuarbeiten, um die Musik wirklich BigTime geschehen zu lassen. Ich will aber, dass es organisch passiert und mein Team und ich vollkommen bereit für diesen Schritt sind.

Im selben Song deutest Du an, dass am Ende der Kunst auf für Dich das Schweigen wartet. Doch Du hast noch einiges in der Hinterhand, wovon die aktuelle EP eine Blaupause sei. Was darf man denn danach erwarten?

Ich würde sagen ich habe meine Herangehensweise an meine Kunst gefunden (oder kenne sie auf jeden Fall schon eher). Und genau so mache ich weiter. Ich halte wie gesagt viele Songs bereit, die noch folgen. 2020 wird ein gutes Jahr.

Dein Sprechgesang lotet das ganze Spektrum zwischen Sprechen und Singen aus und geht auch mal in die Höhe. Hast Du den Dir eigenen Pato-Stil gefunden?

(lacht) Das ist ein sehr schönes Kompliment für mich. Ich versuche immer neue Wege zu gehen, die Grenzen meiner Musik auszuweiten und merke selbst, dass sich da langsam ein ganz eigener Style heraus kristallisiert. Ich bin aber definitiv noch auf der Suche und auf dem Weg.

Der Stil ist im Übrigen nicht immer jugendfrei. Wie finden das Deine ortsansässigen Fans?

Wie das ankommt, kann ich noch nicht sagen, da diese Songs noch nicht draussen sind. Man kann aber immer davon ausgehen, dass ich solche Entscheidungen bewusst treffe. In diesem Fall habe ich aggressivere Stilmittel in Musik und Text gewählt. Setzt man sich aber mit beidem wirklich auseinander erkennt man, dass die Essenz noch immer die Selbe ist, Liebe.

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