Ständeratswahlen
Parteien liefern sich einen offenen Schlagabtausch um Ständeratssitze

Bei den Solothurner Ständeratswahlen liefern sich SP, FDP, CVP und SVP einen Schlagabtausch. Nebst dem bisherigen Roberto Zanetti (SP) steigen die politischen Schwergewichte Kurt Fluri (FDP), Pirmin Bischof (CVP) und Walter Wobmann (SVP) ins Rennen.

Merken
Drucken
Teilen
Der CVP-Nationalrat Primin Bischof will für seine Partei den 1999 an die SP verlorenen Ständeratssitz zurückerobern. (zvg)

Der CVP-Nationalrat Primin Bischof will für seine Partei den 1999 an die SP verlorenen Ständeratssitz zurückerobern. (zvg)

Solothurner Zeitung

Der CVP-Nationalrat Bischof will für seine Partei den 1999 an die SP verlorenen Ständeratssitz zurückerobern. Der mediengewandte Bischof ist aber auch ein harter Konkurrent für den freisinnigen Nationalrat Kurt Fluri.

Der langjährige Solothurner Stadtpräsident möchte in der kleinen Kammer seinen nach 20 Jahren abtretenden FDP-Parteikollegen Rolf Büttiker beerben. Für die Sozialdemokraten will Roberto Zanetti den Ständeratssitz verteidigen.

Zanetti gelang bei der Ersatzwahl für den verstorbenen Ernst Leuenberger Anfang 2010 ein spektakuläres Comeback. Er blickt auf eine Politikerlaufbahn zwischen Himmel und Hölle zurück.

Im Strudel der Affäre um die Stiftung Pro Facile wurde Zanetti 2005 als Regierungsrat vom Volk abgewählt. Beim zweiten Wahlgang im Januar 2010 erhielt er fast die Hälfte aller Stimmen.

Für die SVP steigt Nationalrat Walter Wobmann ins Rennen. Der als Hardliner bekannte Mitbegründer der Anti-Minarettinitiative dürfte im Kanton Solothurn wenig Chancen haben. Wahrscheinlich ist hingegen, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommt.

Wobmann, Fluri und Bischof treten auch für den Nationalrat an. Zu einem symbolischen Schulterschluss zeigte sich keine Partei bereit - jeder kämpft gegen jeden.

Listenverbindungen als Tor zum Nationalrat

Bei den Nationalratswahlen hat die CVP gute Chancen, den bei den Wahlen 2007 mit Glück eroberten zweiten Sitz zu halten. Damals zog Pirmin Bischof nur dank den Stimmen der EVP durch die Listenverbindung in die grosse Kammer ein.

Die CVP gewann zusätzlich die Grünliberalen (glp) für eine Listenverbindung. Die glp schaffte 2009 bei den Kantonsratswahlen auf Anhieb 3,7 Prozent oder zwei Sitze. Mit den Stimmen der glp will die CVP auch den Sitz der abtretenden Elvira Bader verteidigen.

Die SVP dürfte die beiden Sitze von Roland Borer und Walter Wobmann problemlos halten. Sie wurde 2007 mit 27,1 Prozent stärkste Partei bei den Nationalratswahlen. Unter Druck stehen hingegen die SP, die Grünen und die FDP, die je einen Sitz innehaben.

SP, Grüne und FDP unter Druck

Sowohl die SP wie auch die FDP büssten bei den letzten eidgenössischen Wahlen deutlich ein und verloren je einen Sitz. Auch bei den Kantonsratswahlen 2009 verloren SP und FDP mehrere Mandate.

Die Grünen legten bei den Kantonsratswahlen hingegen um zwei Prozent zu. Von diesem Aufwärtstrend könnte die SP profitieren - sie ist eine Listenverbindung mit den Grünen eingegangen. Die FDP steigt zusammen mit der erstmals antretenden BDP ins Rennen.

Bei den Grünen versucht Marguerite Misteli Schmid ein Comeback. Die ehemals erste grüne Nationalrätin der Schweiz war 1995 abgewählt worden. Vor zwei Jahren schaffte sie bereits den Sprung ins Solothurner Kantonsparlament. (sda)