Wer am Samstag durch die Solothurner Altstadt schlenderte, wird mit Sicherheit die eine oder andere Familie bemerkt haben, die in schwarz-weissem Fleckenmuster eingekleidet, die Gassen entlang spazierte. Sie alle nahmen am von swissmilk, dem Verband der Schweizer Milchproduzenten, veranstalteten Tag der Schweizer Milch teil. Solothurn wurde dieses Jahr als Hauptveranstaltungsort des Thementags ausgewählt, der in der ganzen Schweiz an über 100 Standorten durchgeführt wurde und den in den letzten Jahren rund 80'000 Milchfans besuchten.

Bei Temperaturen, die eigentlich mehr zu einem Sommertag als zum April passten, war das Thema Milch in der Ambassadorenstadt allgegenwärtig. Ob am Bahnhof oder auf der Fussgängerbrücke – die Swissmilk Plakate und Fahnen waren nicht zu übersehen. Hauptprogrammpunkt war das Erküren der «stärksten Familie der Schweiz». Angemeldete Familien kämpften um den Titel und absolvierten, um das Krönchen zu bekommen, in der Altstadt einen Trail mit sieben verschiedenen Posten, an welchen jeweils Aufgaben, die mit dem Thema Milch in Verbindung stehen, gemeistert werden mussten. Ziel des Parcours war es, die nach Solothurn ausgebüxte Werbemilchkuh Lovely zurück auf ihre Weide zu bringen.

Schwitzen war angesagt

Die Disziplinen verlangten den Familien einiges ab. Beim Stapeln der unebenen Strohballen, beim Verfolgen von Lovely mit Pedal-Gocarts, beim Geschicklichkeitsspiel oder dem Auftürmen von Holzscheiten, waren verschiedenste Fähigkeiten gefragt. Die Anstrengungen der teilnehmenden Familien führten zu Schweissperlen auf der Stirn und erregten auch die Aufmerksamkeit vieler Passanten, sodass in der wegen dem Wochenmarkt sowieso schon belebten Altstadt, immer wieder Engpässe entstanden.

Für nicht am Parcours Teilnehmende war auch gesorgt. In kulinarischer Hinsicht bot das Angebot alles im Zusammenhang mit Milch. Glace in der Vorstadt oder ein Raclette vor der Rythalle waren beliebte Snacks. Fast immer beschäftigt waren die Helfer und Helferinnen am Frozen-Joghurt-Stand, wo die süsse Erfrischung dutzende Mal verkauft wurde. Selbst wer wegen den milden Temperaturen Lust auf eine Grillade bekam, hatte die Möglichkeit, sich seine eigene Wurst auf den aufgestellten Feuerschalen zuzubereiten.

Als menschliche Bowlingkugel in die Milchkannen

Langweilig wurde es den Familien auch nach Beendigung des Parcours nicht. Im Zielraum hinter der Rythalle wurde ein Streichelzoo mit Ziegen, Schafen, Kälbern, Lämmern, Rindern und Ponys eingerichtet. Zusätzlich bestand für Kinder das Angebot, geführt auf Ponys zu reiten. Wer schon immer mal wissen wollte, wie es sich anfühlt eine menschliche Bowlingkugel zu sein, konnte beim Human Bowling in eine aufblasbare, gepolsterte Plastikkugel klettern und wurde von Helfern in die mannshohen, gepolsterten Milchkannen gerollt. Die Hüpfburg war stets gut besucht und die Fahrradbuckelpiste wurde auch vom einen oder anderen waghalsigen Senior ausprobiert. Weiter gab es an Ständen allerlei Milchprodukte wie Käse oder Joghurt zu kaufen.

An der Rangverkündigung wurde schliesslich Familie Läderrach aus Aarwangen zur «stärksten Familie». Mit wenigen Punkten Vorsprung setzte sie sich in der Rangliste an die Spitze. Die Enttäuschung der Konkurrenz hielt sich allerdings in Grenzen, da das Mitmachen am Parcours für alle im Zentrum stand und die Aktivitäten auf dem Festgelände auch den Verlierern schnell wieder ein Lächeln auf die Lippen zauberten.