Arbeitsmarkt

Papieri-Mitarbeiter sollen gute Job-Aussichten haben

Papieri-Mitarbeiter Mitte Mai bei einer Kundgebung

Papieri-Mitarbeiter Mitte Mai bei einer Kundgebung

134 Mitarbeiter der Papieri haben Anfang letzter Woche den blauen Brief erhalten. Der Kanton ist sich sicher: Der grösste Teil der Arbeiter wird innerhalb von sechs Monaten einen neuen Job finden.

Beinahe 440 Arbeiter erhielten bei der Totalschliessung der Zellulosefabrik Borregaard vor zweieinhalb Jahren die Kündigung. Sie mussten sich - teilweise mit Hilfe des Kantons - auf die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle machen. Wie RAV-Leiter René Knipp gegenüber dem Regionaljournal von Radio DRS sagt, hätten bis auf neun ehemalige Mitarbeiter der Borregaard mittlerweile einen Job gefunden.

Nun droht die Schliessung eines noch grösseren Werks in Biberist. Die Papieri steht vor dem Aus, wenn bis Ende Juli kein Investor gefunden wird. 134 Arbeiter haben ihren Job bereits verloren, weitere 420 Arbeitsstellen stehen dann auf dem Spiel.

Firmen erkunden sich nach Sappi-Mitarbeitern

Jonas Motschi hofft sehr, dass eine der Lösungsvarianten der Sappi-Mitarbeiter mit Erfolg gekrönt wird. Dies wäre eine sinnvolle Lösung, sagt der Chef des Solothurner Amts für Wirtschaft und Arbeit gegenüber az. Falls es aber zur Schliessung komme, ist die Lage nicht aussichtlos: «Der grösste Teil der Sappi-Mitarbeiter sollte innerhalb von sechs Monaten einen Job finden», so Motschi.

Bereits heute gebe es viele Firmen, die nach neuen Mitarbeitern suchen und sich beim Amt für Wirtschaft nach Dossiers erkunden würden. Er rechnet gar damit, dass ein grosser Anteil bereits innerhalb der Kündigungsfrist neue Arbeitsstellen findet. Die Sappi-Mitarbeiter würden zudem in einem Jobcenter unterstütz. Und sei es auch nur, um zu lernen, wie man Bewerbungen verfasse.

Einzelschicksal nicht vergessen

Zurzeit ist die Arbeitslosigkeit im Kanton Solothurn tief. Darum würde der Arbeitsmarkt entlassene Arbeiter geradezu «aufsaugen», meint Motschi. Dass die wirtschaftliche Situation im Moment sehr gut aussehe, sei ein grosser Vorteil. Anders war dies bei der Borregaard-Schliessung: Die ehemaligen Mitarbeiter sind geradezu in die Weltwirtschaftskrise von 2009 gerasselt.

Abgesehen von Enzelschicksalen, die nicht vergessen gehen dürfen, habe die Aufgabe eines Grossbetriebes nicht nur negative Auswirkungen für die Wirtschaft, so Motschi. «Rein wirtschaftlich gesehen ist eine solche Veränderung sinnvoll, denn es werden Ressourcen frei. Strukturwandel ist etwas, das unsere Wirtschaft braucht.» Eine Massenentlassung sei daher verkraftbar.

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