Papierfabrik Biberist

«Papieri»: Die Hoffnung liegt im Verpackungspapier

Nach Ablauf des sechswöchigen Konsultationsverfahrens hat eine Delegation der Belegschaft dem Verwaltungsrat der Sappi-Papierfabrik in Biberist «realisierbare Vorschläge zur Rettung der Fabrik mit 550 Angestellten» präsentiert.

Über 200 Mitarbeitende der Papierfabrik Biberist haben die beiden Sappi-Manager, Berry Wiersum, Verwaltungsratspräsident Sappi Schweiz AG sowie Verwaltungsratsmitglied Mat Quaedvlieg und operativer Chef von Sappi Fine Paper Europe, am Montagnachmittag beim Fabrikeingang ruhig und gefasst erwartet.

Sie wollten nochmals deutlich kundtun, dass «ihre» Fabrik nicht geschlossen werden dürfe. Anschliessend hat eine Delegation der Betriebskommission und zugezogene Experten den Sappi-Managern hinter verschlossenen Türen die möglichen Lösungen für einen Weiterbetrieb des Werkes dargelegt.

Mittel- und langfristig rentabel

Die erarbeitete Alternative sieht die Umstellung der Produktion von gestrichenem Feinpapier auf qualitativ hochstehende Verpackungspapiere vor. Alle durchgerechneten Szenarien zeigten, dass sie mittel- und langfristig rentabel seien, hiess es an der Veranstaltung.

«Ich bin weiterhin optimistisch, dass die Fabrik am Leben bleiben kann», sagte denn auch Hans-Ulrich Kilchhofer, Präsident der internen Kader-Kommission kurz vor Beginn der Gespräche mit den Sappi-Vertretern. Die erarbeiteten Vorschläge hätten «Hand und Fuss und sind seriös und fundiert abgeklärt worden». Betriebskommissions-Präsidentin Kathrin Schär lobte den Einsatz der Mitglieder der Arbeitsgruppen, aber auch das Verhalten aller Mitarbeitenden in dieser schwierigen Phase. «Wenn Sappi nicht auf unsere Vorschläge einsteigt, dann müssen die Gründe ausserhalb der Fabrik gesucht werden.»

Sappi soll Schliessungs-Entscheid aussetzen

Markus Baumann, Leiter der Solothurner Sektion der Gewerkschaft Unia, zeigt ebenfalls eine gewisse Zuversicht. Im nun präsentierten Dossier werde detailliert aufgezeigt, dass die «Papieri» rentabel weiterbetrieben werden könne und reelle Chancen für die Entwicklung und Herstellung neuer Produkte bestünden. Um die Projekte zu konkretisieren, brauche man aber mindestens sechs Monate Zeit. Die Belegschaft fordert deshalb, dass Sappi den Schliessungs-Entscheid aussetzt und dass per Ende Mai keine Kündigungen ausgesprochen werden.

Die Details der alternativen Produktion in der «Papieri» werden morgen Dienstag an einer Medienkonferenz vorgestellt. Wann das Sappi-Management über die Zukunft des Werkes entscheiden wird, ist noch offen. Am kommenden Donnerstag trifft sich der Verwaltungsrat mit der Solothurner Regierung.

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