Am 23. März 2011 verurteilte das Obergericht Michael John zweitinstanzlich wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, unwahren Angaben über kaufmännische Gewerbe, Unterlassung der Buchführung und Misswirtschaft zu 21 Monaten Gefängnis bedingt (siehe Links).

Luxusleben im Tessin

John hatte im Jahr 2003 zahlreiche Investoren hinters Licht geführt und ihnen das grosse Geschäft mit der Produktion und Vermietung von Plastikpaletten versprochen. Sie hatten der Firma PPal in der Folge über 1,5 Mio. Fr. Aktienkapital anvertraut. Anstatt das Palettengeschäft zu lancieren, finanzierte sich John damit laut Staatsanwaltschaft einen «extravaganten und ausschweifenden Lebensstil.» Er gönnte sich unter anderem Luxusautos, eine Villa im Tessin und ein monatliches Honorar von 27000 Fr.

Als «Paletten-Papst» hatte John in Solothurn immer wieder fulminante Auftritte und drohte unter anderem damit, den Kanton einzuklagen, weil dieser durch die verhängte Untersuchungshaft sein «Lebenswerk zerstört» hätte. Einige Investoren glaubten bis zuletzt an Johns Fähigkeiten und sprachen ihm auch noch ihr Vertrauen aus, als es offensichtlich war, dass ihr Geld verloren war.
John hatte schon bei der Verurteilung vor Amtsgericht im Juni 2009 angekündigt, er werde den Instanzenweg bis zu Ende gehen («Prozessieren ist mein Hobby»). Gesagt getan. Ein am 13. Oktober gefälltes Urteil des Bundesgerichtes zeigt, dass Johns Appellation in allen Punkten abgewiesen wurde, sofern das Bundesgericht überhaupt eintrat. Auch vom beantragten Schadenersatz in der Höhe von 2,126 Mio. Fr. wollte das Gericht nichts wissen. Er muss demgegenüber Gerichtskosten von 1600 Fr. zahlen.

John bzw. sein Anwalt Yves Derendinger hatten in der Berufung unter anderem auf Formfehler gepocht und monierten die Verletzung des Anklageprinzips sowie die fehlende Befragung von Entlastungszeugen. Das Bundesgericht legt hingegen in seinen achtseitigen Erwägungen dar, wieso das Vorgehen des Obergerichts richtig war.

Das Urteil wurde anonymisiert veröffentlicht (6B_484/2011).