Nur noch wenige Tage dauert es bis zur Premiere der Operette «Die lustige Witwe» am 4.Juni in Burgäschi. Ein Augenschein bei einer Wochenendprobe liess miterleben, wie gut alle Vorbereitungen im Zeitplan liegen und wie sicher sich die Mitwirkenden bereits im Bühnengeschehen bewegen.

Die 1905 von Franz Lehár nach dem Libretto von Victor Léon und Leo Stein komponierte Operette hat nichts von ihrer Frische eingebüsst. Melanie Gehrig, Darstellerin der Witwe Hanna Glawari, hat für die Inszenierung auf der Bühne Burgäschi etliche Dialoge zeitgemäss «geglättet» und dem Werk zu einem unverstaubten Humor verholfen.

Geld und Eifersüchteleien

Der pontevedrinische Botschafter in Paris, Baron Mirko Zeta (Hermann A. Gehrig), sorgt sich um vielfache Millionenbeträge, die sein Heimatland verlassen könnten, wenn die junge und insbesondere von einem Pariser Herren-Trio heftig umschwärmte Witwe Hanna Glawari einen Ausländer heiraten würde.

Zeta drängt seinen Botschaftsangehörigen Graf Danilo Danilowitsch (Roger Bucher), die Glawari zu heiraten. Allerdings weiss er nicht, dass sich die beiden längst aus früheren Tagen kennen. Aus Vaterlandsliebe allein ist der stolze Danilo indes kaum zu einem solchen Schritt bereit, zumal er niemals wegen Geld heiraten würde.

Daneben spielen sich in den drei Akten allerlei unterhaltsame Liebes-Techtelmechtel und Eifersüchteleien ab, die Hanna aber mit Geschick und List überwindet. Sie bringt ihren alten Freund Danilo schliesslich dazu, ihr seine Liebe zu gestehen.

Orchester, Chor und Ballett

Kaum eine Operette bietet so viele musikalische Dauerbrenner wie «Die lustige Witwe». Wer kennt nicht das «Vilja»-Lied, «Lippen schweigen» oder «Das Studium der Weiber» und «Da geh ich zu Maxim» als Ode an den berühmten Pariser Unterhaltungstempel sowie viele weitere und unvergessene Melodien.

Im Orchester unter Reimar Walthert wird im Zusammenspiel mit allen 24 Gesangs- und Sprechrollen jener verführerisch-charmante Klang entwickelt, der im Publikum gut ankommt. Wichtig für Bild und Ton sind die zahlreichen elegant gekleideten Damen und Herren des Chors Crescendo, der gemeinsam mit beteiligten Kindern auftritt. Leichtfüssig zaubern zudem die Tanzeinlagen der Companie TeKi TeKua unter der Leitung von Lea Fuhrer und Letizia Jakob Pariser Esprit auf die Bühne.

Wer auf der gedeckten Zuschauertribüne der Bühne Burgäschi Platz nimmt, kann sich der Wirkung des Bühnenbildes im prallen Sonnenschein der Nachmittagsprobe nicht entziehen. Nach dem Entwurf von Meinrad Engesser hat Bauchef Jürg Grossenbacher eine wetter- und windsichere Kulisse errichtet, die von Theatermalerin Daniela Flury als «la petite ambassade» kunstvoll ausgemalt wurde. Das Herz geht auf, wenn der Blick auf den liebevoll gestalteten Einzelheiten verweilt.

Höhepunkte im Leben

Viele Mitwirkende sind bereits treue Angehörige der Bühne Burgäschi und vom Operetten-Virus dauerhaft infiziert. Aber warum tut man sich eine mit 22 Aufführungen durchaus strapaziöse Spielzeit überhaupt an? «Weil eine solche Teilnahme zu den Höhepunkten im Leben zählt, weil wir eine tolle Truppe sind und in einer wunderbaren Umgebung spielen dürfen», antworten die neuen Kräfte im Ensemble.

Online-Bestellung: www.burgaeschi.ch; telefonisch 032 532 00 32, 9–11 und 15–17 Uhr.