Olten

Zwischenlösung ist gefunden: Olten SüdWest wird zum Schulstandort

Das Bürogebäude der ehemaligen Zementfabrik am Cementweg 48 in Olten SüdWest (vorne rechts im Bild) wird neuer vorübergehender Schulstandort in Olten.

Das Bürogebäude der ehemaligen Zementfabrik am Cementweg 48 in Olten SüdWest (vorne rechts im Bild) wird neuer vorübergehender Schulstandort in Olten.

Die Bildungsdirektion will ein leerstehendes Gebäude als Zwischenlösung für zehn Jahre nutzen und zum Teil an den Kanton untervermieten. Die Investitionskosten betragen 820'000 Franken.

Was vor allem bei den Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler als Gerücht immer wieder die Runde machte, wird nun offiziell: Die Stadt Olten will in Olten SüdWest ein leerstehendes Gebäude für zehn Jahre mieten und als Schulraum nutzen. Das Bürogebäude der ehemaligen Zementfabrik soll als Zwischenlösung dienen, bis das neue Schulhaus Kleinholz frühestens bis im Jahr 2024 realisiert ist. Weil die Schülerzahlen bereits jetzt steigen, werden seit vergangenen August zwölf Kindergartenkinder per Kleinbus vom Kleinholzquartier ins Sälischulhaus geführt. Die provisorische Lösung ist bereits zweimal verlängert worden und dauert nun bis Ende Schuljahr Anfang Juli 2020 (wir berichteten). Ab dann soll die Liegenschaft für insgesamt 820'000 Franken saniert und die Umgebung kindergerecht gestaltet und beschattet sein, wie eine erste Kostenofferte ergab. «Das Gesamtpaket der erarbeiteten Variante ist eine ideale Übergangslösung», sagt Thomas Küng, Direktionsleiter Bildung und Sport, auf Anfrage.

Zusätzlich wird sich die Eigentümerin des Gebäudes, die Terrana AG Rüschlikon, mit 150'000 Franken an den Investitionen beteiligen. Deren Vertreter Sigmund Bachmann sagt auf Anfrage, dass eine Nutzung besser sei, als das Gebäude leer stehen zu lassen. Dass dadurch das neue Quartier auch aufgewertet werden könnte, ist gemäss Bachmann nur sekundär. Am 23. Januar wird das Gemeindeparlament über die Vorlage befinden.

Kanton wird mit Sonderschule Untermieter

Insgesamt wurden elf Varianten als Zwischenlösung geprüft, deren fünf kamen vor den Stadtrat: Dieser hat sich an seiner letzten Sitzung vor Weihnachten schliesslich für die Variante mit dem Mietausbau inklusive externe Untervermietung entschieden. Der Hauptgrund: Es ist bei allen Kosten eingerechnet die zweitgünstigste Variante. Günstiger wäre nur die Lösung gekommen, wenn ein Partner die Investitionen und den Mietvertrag übernommen und mit der Stadt einen Untermietvertrag abgeschlossen hätte. Diese Lösung scheiterte jedoch daran, dass der Kanton als vorgesehener Mietpartner «nicht auf ein Investitionsprojekt eintreten kann», wie es im Protokollauszug des Stadtrats heisst.

Der Kanton beabsichtigt – unter Vorbehalt der kantonsrätlichen Zustimmung – mit dem Heilpädagogischen Schulzentrum nun nur als Untermieter rund die Hälfte des Gebäudes mitbenutzen. Dafür zahlt der Kanton der Stadt einen jährlichen Betriebsbeitrag von knapp 89'000 Franken. Inklusive der Miete des Gebäudes von 26'400 Franken belaufen sich die Betriebskosten für die Stadt auf 76'400 Franken. Trotzdem macht die Stadt Olten mit der Zwischenlösung keinen Gewinn, da auch die Investitionskosten und deren Amortisation einberechnet werden müssen.

Liegenschaft dienlich für weitere Übergangslösungen

Neben dem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis gibt es aus Sicht der Bildungsdirektion weitere Vorteile für die Variante Mietausbau, beispielsweise die hohe Planungssicherheit dank der langen Vertragsdauer. Direktionsleiter Küng: «So sollten in den nächsten Jahren Feuerwehrübungen erspart bleiben.» Im Vergleich etwa zu einer Containerlösung sei das Raumklima in einem festen Gebäude und auch das Angebot an Zusatzräumen besser. Und verglichen mit einer Mietlösung in verschiedenen Liegenschaften gibt es bei der nun ausgewählten Variante nur einen zusätzlichen Aussenstandort. Auch die Weiterführung der Schülertransporte per Kleinbus kam nicht mehr infrage, weil im jetzt genutzten Sälischulhaus der Platz mit den steigenden Schülerzahlen auch auf der rechten Aareseite knapp wird. Nicht zuletzt kann die Liegenschaft in Olten SüdWest zu einem späteren Zeitpunkt auch als Übergangslösung herhalten, wenn etwa der Kindergarten im Bannfeldschulhaus ausgebaut und in dieser Zeit nicht benützt werden kann.

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