Amtsrichterwahlen

Zweiter Wahlgang um die Amtsrichter-Nachfolge: Nur CVP-Mandat scheint sicher zu sein

Zweiter Wahlgang um den Amtsrichtersessel. (Archiv)

Zweiter Wahlgang um den Amtsrichtersessel. (Archiv)

Ihrer drei machen das Rennen um zwei Amtsrichtersessel für Olten-Gösgen unter sich aus.

Wir erinnern uns: Gleich zwei Kandidatinnen und drei Kandidaten bewarben sich im Oktober vergangenen Jahres um zwei frei werdende Sitze als Amtsrichter in Olten-Gösgen. Was ebenso in Erinnerung geblieben ist: Niemand aus dem Quintett schaffte das absolute Stimmenmehr. Folglich kommt’s am 9. Februar zum zweiten Wahlgang um die Nachfolge von Heidi Ehrsam (CVP) und Eugen Kiener (SP). Allerdings sind nur noch eine Kandidatin und zwei Kandidaten im Rennen.

Stimmenprimus ist logischerweise noch dabei

Im ersten Wahlgang holte die Vertreterin der CVP, Andrea Büttiker-Gysin aus Olten, mit Abstand am meisten Stimmen. Deren 8077 konnte die Volkswirtschaftlerin auf sich vereinigen. An zweiter Stelle folgte Kantonspolizist Lukas Bucher aus Niedergösgen. Der SVP-Vertreter platzierte sich rund 300 Stimmen vor der Grünen Regina Flury von Arx, die mit 7013 Stimmen auf dem dritten Platz landete und nicht mehr antreten wird, da der viertklassierte Markus Meyer-Engeler (parteilos) aus Olten früh erklärt hatte, zum zweiten Wahlgang antreten zu wollen. Daraufhin zog sich die Grüne zurück (wir berichteten).

Zwei Kandidaten aus dem linken Lager würden sich nicht vertragen, weil so die Stimmen aufgesplittet würden, hatte sich Regina Flury von Arx seinerzeit zitieren lassen. Ganz anders dagegen argumentierte Markus Meyer-Engeler, der im ersten Wahlgang auf 6314 Stimmen gekommen war. «Es wäre ideal gewesen, wir wären beide angetreten.» Er hätte sich vorstellen können, einen gemeinsamen Wahlkampf zu führen. Denn die Ausgangslage sei am 9. Februar wieder eine völlig andere. «Alle Parteien müssen neu mobilisieren», liess sich Meyer-Engeler damals in dieser Zeitung zitieren. Als Viertplatzierter habe er sich nicht zurückgezogen, weil er als Parteiloser die Unabhängigkeit repräsentiere.

Die SP kann ihren Sitz nicht verteidigen

Eher überraschend war der Kandidat der SP, Dieter Ulrich, nach dem ersten Wahlgang mit 5649 Stimmen am Schluss des Quintetts klassiert. Ulrich verzichtet auf den zweiten Wahlgang. Damit verliert die SP ihren letzten Amtsrichtersessel in Olten-Gösgen. Eugen Kiener als Nachfolger von Arnold Uebelhart war der letzte SP-Vertreter, der einen Sitz verteidigen konnte. Im Juni 2013 siegte er über Widersacher Ernst Eggmann (damals SVP/heute parteilos). Vier Jahre später dagegen, 2017, konnte die SP die Nachfolge von Gisela Stoll nicht sichern. Ruth Bürgler aus Trimbach verlor die Wahl gegen Sandra Pfister (SVP) aus Erlinsbach SO.

Interessanterweise hat der Kandidat der SVP, Lukas Bucher, im zweiten Wahlgang auf Informationsmaterial an die Stimmberechtigten verzichtet. Politauguren werten dies als ein Zeichen der Stärke. Ob dem tatsächlich so ist, wird sich weisen. Wer das Stimmkuvert öffnet, ist zunächst überrascht, dass nicht zwei, sondern drei Kandidaten um zwei Sitze buhlen. Büttiker-Gysin und Meyer-Engeler nämlich warten mit einem Flyer auf, der die wichtigsten Informationen zu ihrer Person enthält.

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