Hägendorf

Zuerst zurückgehalten: Jetzt ist der Bericht zur Schulevaluation öffentlich

Viel Papier: Der externe Schulevaluationsbericht mit allen Grundlagen für die Primarschule Hägendorf.

Viel Papier: Der externe Schulevaluationsbericht mit allen Grundlagen für die Primarschule Hägendorf.

Der öffentliche Druck hat Wirkung gezeigt: Ab sofort ist der Bericht über die externe Evaluation der Primarschule Hägendorf öffentlich.

Ein externer Schulevaluationsbericht (ESE) mit all seinen Grundlagenpapieren ist ein rechter Haufen Papier. Auch jener über die Primarschule Hägendorf, der nach den Turbulenzen der letzten Tage jetzt auf der Gemeindehomepage aufgeschaltet ist.

Wer die verschiedenen Papiere aufmerksam konsultiert, kann rasch erfassen, wo der Hund begraben liegt: Im Bereich der Schulführung, speziell in pädagogischer Hinsicht.

Schwere Vorwürfe

So steht etwa im ESE-Bericht geschrieben: «Die Aufgaben und Zuständigkeiten der Schulführungsmitglieder (und der Schulverwaltung» sind zum Teil ungeklärt.»

Insgesamt herrsche im Kollegium darüber wenig Klarheit. Und zur pädagogischen Führung des Kernprozesses heisst es: «Die Schulleitung überlässt die Festlegung der Qualitätsanforderungen an den Unterricht praktisch den Lehrpersonen, kommuniziert ihre Vorstellungen dazu nicht und greift nicht ins Unterrichtsgeschehen ein.» 

Zudem fehlten schulweite bzw. stufenbezogene Absprachen und Vereinbarungen über die kritischen Aspekte der Unterrichtsarbeit (Disziplin, Klassenführung, Prüfungswesen, Umgang mit schwierigen Schülerinnen und Schülern usw.). Auch gebe es keine nennenswerte Unterrichtsentwicklungsaktivitäten. Institutionelle Massnahmen zur Initiierung und Unterstützung der Unterrichtsentwicklung fehlten.

Wieso keine rote Ampel?

Im ESE-Bericht steht auch klar, wieso die Primarschule Hägendorf im Bereich Schulführung keine rote Ampel verpasst bekam. Anlässlich der Validierungssitzung habe sich gezeigt, dass die Führungsverantwortlichen der Schule Hägendorf die rote Ampel hier infrage stellten und eine Beschwerde gegen die Ampelsetzung beim Volksschulamt in Betracht zögen.

Weil der vom Volksschulamt vorgesehene Beschwerdeweg juristisch nicht durchführbar gewesen sei, habe die Gemeinde ihre Vorbehalte gegenüber dem abgegebenen Evaluationsbericht nicht rechtswirksam vorbringen können.

Aus diesem Grund habe man – in Absprache mit dem Volksschulamt – entschieden, die Ampel nicht wie im abgegebenen Evaluationsbericht vom Juni 2015 auf Rot, sondern auf Grau zu stellen. Doch inhaltlich und hinsichtlich der vorgesehenen Massnahmen sei nichts geändert worden.

Zwei gelbe Ampeln

Auch zwei weitere Bereiche sieht das Evaluationsteam nicht im grünen Bereich. So gab es eine gelbe Ampel, weil das Betriebsklima (Arbeitsklima für Lehrpersonen) gefährdet sei. Die Situation müsse von den zuständigen Personen sorgfältig im Auge behalten werden. Ebenfalls beim Qualitätsmanagement steht die Ampel auf Gelb.

Begründung: Zum Zeitpunkt des Evaluationsbesuches habe die Primarschule Hägendorf die minimalen Kriterien an das Qualitätsmanagement nur teilweise erfüllt. Insbesondere in den Bereichen Personalführung und Steuerung des Qualitätsmanagements habe man Defizite festgestellt.

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