Umzug

Wochenmarkt in Olten: Diese 4 Standorte sind realistisch

Der samstägliche Wochenmarkt in Olten muss umziehen. Die Regierung hat bereits zwei Vorschläge für einen neuen Standort gemacht, einen lehnen die Marktfahrer ab. Wir zeigen, welche vier Standorte gute Chancen haben.

Wo soll der Wochenmarkt am Samstag stattfinden, wenn das Erweiterungsprojekt Sälipark 2020 realisiert ist? Der Oltner Stadtrat hat sich dazu bereits mehrmals geäussert und jeweils klar festgehalten, dass die Bifangstrasse, wo der Markt derzeit beheimatet ist, künftig wegen des Mehrverkehrs und des ausgebauten öffentlichen Verkehrs nicht mehr infrage kommt. In ihrer letzten Stellungnahme Ende Juni macht die Regierung zwei Vorschläge: auf einem neu zu schaffenden 15 Meter breiten Platz zwischen Bifangstrasse und Bifangmatte oder an der Engelbergstrasse. Die letzte Variante wird aber von den Marktfahrern wegen der Strassenneigung abgelehnt und ist daher kaum wahrscheinlich. In der bisherigen Diskussion hat sich gezeigt, dass die folgenden Wochenmarkt-Standorte realistisch sind:

  •  Vorplatz Sälipark: Laut Sälipark-Centerleiterin Vera Graf hat die Giroud Olma als Besitzerin des Einkaufszentrums der Stadt den Vorplatz als neuen Standort des Wochenmarkts angeboten. Allerdings sind bisher keine detaillierten Abklärungen gemacht worden. Diese Variante wäre aus Sicht der Kunden aber auch aus jener des Säliparks optimal. Wer frische Lebensmittel aus der Region will, geht zuerst auf den Markt und holt sich den Rest nachher im Einkaufszentrum. Aber auch für die Marktfahrer wäre dies eine gute Option wegen der höheren Frequenzen. Vorausgesetzt allerdings, es gäbe genügend Platz. Um mehr Raum zu gewinnen, bestünde die Möglichkeit, den Platz vor dem Hotel Arte oder sogar vor dem Sälihof einzubeziehen. Das bedürfte indes baulicher Massnahmen und wäre nicht gratis zu haben.
  • Neuer Platz: Die vom Stadtrat vorgeschlagene Idee mit dem neuen multifunktionalen Platz zwischen Bifangstrasse und Bifangmatte kommt bei Kunden und Marktfahrern grundsätzlich gut an. Letztere machen einzig den Vorbehalt wegen der Grösse. Für diesen Standort spricht, dass der Wochenmarkt fast am gleichen Ort wäre wie bisher. Dagegen spricht, dass der neue Platz inklusive Anpassungen an der Bifangstrasse die Stadt rund 800'000 Franken kosten würde. Zudem kündigt sich bereits Widerstand an von Anwohnern und Sportvereinen, welche die Bifangmatte keinesfalls verkleinert sehen wollen.
  • Alte Aarauerstrasse: Selbst Stadtpräsident Martin Wey findet, dass die Alte Aarauerstrasse «prädestiniert» wäre für den Wochenmarkt. Trotzdem hat die Stadt einen Umzug bisher abgelehnt, weil die Zufahrten zu diversen Liegenschaften erschwert würden und es insgesamt zu wenig Platz gibt. Wie aus dem Stadthaus zu vernehmen ist, ist der Platzmangel vor allem auf die runden Steine um die Bäume zurückzuführen. Diese erschweren das Parkieren zwischen den Bäumen, sind aber auch zum Schutz derselben gedacht. Ein Wochenmarkt unten den Ahornbäumen würde allerdings eine schöne Atmosphäre erzeugen und käme dem Wochenmarkt-Gefühl wohl am nächsten. Der Nachteil wäre die grössere Entfernung zum Sälipark.
  • Kirchgasse: Der Vorschlag von Marktfahrer Dominik Hess, den Wochenmarkt am Samstag auf der Kirchgasse durchzuführen, birgt politischen Zündstoff. Die offizielle Stadt hat bereits verlauten lassen, dass dies nicht infrage käme. Doch völlig verkehrt ist die Idee nicht: In den umliegenden Kleinstädten findet der Wochenmarkt am Samstag auch in der Innenstadt statt und zieht Leute aus der Region an. Das Potenzial für einen Ausbau wäre auch in Olten vorhanden. Vielleicht wäre ein Tausch der Daten – am Samstag auf der Kirchgasse, am Donnerstag im Bifangquartier – eine Möglichkeit, die Sache politisch zu entschärfen.

Das Gewerbe reagiert positiv auf Idee, den Wochenmarkt auch am Samstag auf der Kirchgasse durchzuführen

Vor Wochenfrist forderte Marktfahrer Dominik Hess, dass der samstägliche Wochenmarkt von der Bifangstrasse auf die Kirchgasse verlegt wird (wir berichteten). Dort findet der Markt bereits am Donnerstag statt. Er begründet den Vorschlag damit, dass der Markt so attraktiver gestaltet werden könnte: Er wäre ausbaubar, es gäbe mehr Laufkundschaft und das Gewerbe in der Innenstadt würde ebenso profitieren.

Die Idee kommt bei den umliegenden Gewerblern mehrheitlich gut an. Die Idee sei im Vorstand schon ein paar Mal zur Sprache gekommen, sagt Co-Präsidentin Daniela Gaiotto von Gewerbe Olten auf Anfrage. Der Verband sei in dieser Hinsicht nicht einer Meinung und würde sich daher auch nicht aktiv einbringen. Der Wochenmarkt im Bifangquartier sei etabliert und bei den Stammkunden sehr beliebt, zitiert sie Kritiker der Idee. Gaiotto persönlich wünschte sich hingegen, dass der Markt am Samstag auf der Kirchgasse stattfinde – «aber zusätzlich und nicht auf Kosten des Marktes im Bifangquartier». In die gleiche Kerbe schlägt Vorstandsmitglied Dominik Maegli vom gleichnamigen Bijouteriegeschäft an der Ecke Hauptgasse/Kirchgasse. «Aus Gesamtoltner Sicht gehört der Wochenmarkt auf die Kirchgasse», sagt er. Damit soll in seinen Augen nicht der Eindruck entstehen, dass man dem Bifangquartier etwas wegnehmen will: Man hätte auf der Kirchgasse einfach mehr Möglichkeiten, den Markt weiter zu beleben. Ebenfalls mit der Idee anfreunden könnte sich Alain Bernheim vom gleichnamigen Modegeschäft: «Es wäre sicher schön, wenn der Markt auf der Kirchgasse wäre. Er bringt auch immer eine gewisse Grundfrequenz mit sich.» Und eine Stadt, die lebt, sei positiv. Doch er könne verstehen, wenn die einwohnerreichere rechte Stadtseite ihren Wochenmarkt behalten möchte. Urs Bütler von der Buchhandlung Schreiber pflichtet ihm bei: «Wenn der Markt am Samstag auf der Kirchgasse wäre, wäre dies ein Vorteil.» Denn alles, was auf dem Platz geschehe, sei positiv.

Mit Stef Dietschi, dem Pächter von der Café/Bar Gryffe, äussert sich nur ein Gewerbler rund um die Kirchgasse grundsätzlich ablehnend: Zwar profitiere man stark vom Wochenmarkt, wenn dieser donnerstags auf der Kirchgasse stattfinde und Gäste vor oder nach dem Einkauf einkehrten. Doch Dietschi schreibt auf Anfrage auch: «Dass der Wochenmarkt am Samstag auf die andere Stadtseite wechselt, ist ausgeschlossen. Zwei Drittel der Bevölkerung leben auf der rechten Aareseite. Deshalb muss dort auch ein Wochenmarkt stattfinden.»

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