Olten

Wo drückt der Schuh? Während erster Kulturkonferenz werden Stärken und Schwächen diskutiert

Über vierzig Menschen berieten sich an den runden Tischen.

Über vierzig Menschen berieten sich an den runden Tischen.

Beim erstmalig durchgeführten Anlass trafen sich Kulturvertreterinnen und -vertreter, um gemeinsame Ideen zu sammeln.

Der Verein Pro Kultur Olten lud am letzten Samstagnachmittag zu einer ersten Oltner Kulturkonferenz in die Schützi ein. Der Verein wurde vor fünf Jahren gegründet, um die Interessen aller, die sich im kulturellen Leben in Olten engagieren, zu bündeln, erinnerte Präsidentin Regina Graber bei der Begrüssung. Mit der Kulturkonferenz biete Pro Kultur Olten dem Gros der Oltner Kulturszene eine Plattform, um eine Auslegeordnung zu machen, Probleme und Mängel zu benennen und Lösungsansätze zu entwickeln. Über 40 Personen aus unterschiedlichen Kulturbereichen folgten der Einladung, vor allem ehrenamtlich Engagierte. Vertreter der grossen städtischen Institutionen fehlten hingegen.

Zum Einstieg berichtete Steffi Carolino vom Casino-Theater Winterthur von ihren Aktivitäten. Wie Olten ist Winterthur keine Kantonshauptstadt und ebenfalls im Sparmodus. Trotzdem forderten Kulturschaffende mit einer Petition, dass sich Winterthur sichtbarer als Kulturstadt präsentiert; in jedem städtischen Departement soll eine kulturverantwortliche Person bestimmt und die Kulturlobby bei wichtigen städtebaulichen Themen proaktiv einbezogen werden.

In Tischrunden zu sechs verschiedenen Themen bestand anschliessend die Gelegenheit, im kleineren Kreis Positives und auch Schwachstellen zu benennen und neue Ideen für die Kulturstadt Olten zu diskutieren. Moderiert durch Urs Bloch, präsentierten die sechs Tische ihre Ergebnisse. Generell wird die Vernetzung in der Oltner Kulturszene als gut empfunden, sichtbar unter anderem an den vorweihnächtlichen «Sternschnuppen». Hingegen wird Olten durch Region Olten Tourismus und parallel als Literatourstadt vermarktet. Wünschbar wäre, wenn das vielfältige Kulturangebot vermehrt einbezogen würde, so der Tenor.

Mehr Fläche für Affichen gewünscht

Oft seien es kleine Dinge, die ärgern, als sie eigentlich mit wenig Aufwand zu beheben wären. So herrscht in Olten ein eklatanter Platzmangel auf den Flächen, wo Veranstalter ihre Plakate aufhängen können. Umgehend sind die vorhandenen Affichierflächen voll, so dass man andere überkleben müsse. Eine weitere Rückmeldung aus der Praxis lautete, dass zwar eine mobile Bühne vorhanden und abrufbar, deren Montage aber äusserst aufwendig ist. Eine einfachere, etwa eine aufklappbare Bühne auf einem Anhänger, wäre zweckdienlicher.

Die finanzielle Unterstützung durch die Stadt, welche im Vorfeld für Emotionen sorgte, blieb an der Kulturkonferenz ausgeklammert. Der monetäre Aspekt kam insofern zur Sprache, als dass die zu leistenden Gebühren als stossend empfunden wurden. Zudem sind gerade auch Werbemöglichkeiten, durch welche sich Olten für alle als kulturell lebendige Stadt präsentieren könnte, oft unbezahlbar teuer. Viel Arbeit wird ehrenamtlich geleistet und die Budgets seien klein. Generell stand überdies die Forderung nach mehr Transparenz und Planungssicherheit bei der Nutzung von öffentlichem Platz im Raum. Baustellen ortete man bei der Berichterstattung in der Presse, bei der Frage nach dem Fotomuseum und dem Verbleib der Sammlung Franz Gloor sowie beim verantwortungsvollen Umgang mit dem gewachsen historischen Bauerbe der Stadt.

Eine Idee wurde aufgegriffen und wird weiterverfolgt: Kulturengagierte wollen regelmässig einen ungezwungenen Stammtisch einführen. Möglicherweise an einen monatlichen jour fixe, mittags oder abends, trifft man sich, um Kontakte zu pflegen, sich zu vernetzen und gegebenenfalls Mitstreitende zu finden. Zu diesem Stammtisch könnten je nachdem auch Behördenmitglieder eingeladen werden.

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