Olten

Wintereinbruch in der Region: Der Frühling beginnt mit einem Schneechaos

Kaum gepflügte Strassen und Gehsteige zur morgendlichen Stunde und zahlreiche Unfälle: Das sind die Hauptindizien für eine überraschende Rückkehr des Winters auch für die Schneeräumungsdienste.

Die Rückkehr des Winters sei doch überraschend gekommen, sagt Norbert Schmid, Bereichsleiter Bau und Unterhalt im städtischen Werkhof Olten. «Der Wetterbericht am Mittwochabend sprach von Schneefällen aus westlicher Richtung bis zur Linie Bern-Biel.»

Weiter östlich sei mit vereinzelten Schneeflocken zu rechnen. «Und keinesfalls mit Mengen, wie sie bis jetzt gefallen sind», so Schmid weiter. Aber der diensthabende Einsatzleiter Winterdienst hatte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag dennoch ein Gespür für Schnee.

Gegen 3.30 Uhr nahm er einen Augenschein vor; da wars noch trocken, von Schnee keine Spur. Also gabs noch keine Veranlassung, das Einsatzdispositiv zu ändern. Nur eine Stunde später dann war der Schneefall da. Schmid baute die Meldungen fürs achtköpfige Winterdienstpikett auf, welches ab 6 Uhr im Einsatz stand.

Der Rest der Mannschaft Winterdienst folgte eine gute Stunde später. «Die Prioritäten werden immer gleich gesetzt», erklärt Schmid. Strassen würden stets nach derselben Rangordnung gepflügt: Kantonsstrassen, Buslinien, Stichstrassen. Und natürlich könnten die Einsatzgruppen nicht überall gleichzeitig sein.

Eingeschränkter Auftaueffekt

Auch das Kreisbauamt II, welches für den Räumungsdienst im unteren Kantonsteil zuständig ist, wurde vom Schneefall überrascht. «Wir wurden auf dem linken Fuss erwischt», sagt Leiter Theo Frei auf Anfrage. Trotzdem waren die Einsatzleute am Abend zuvor vorgewarnt und die Fahrzeuge bereits ab halb fünf Uhr draussen und begannen, die Strassen zu salzen.

Weil die Temperaturen allerdings zum Teil mehr als –10 Grad betrugen, war der Auftaueffekt durch das Salz eingeschränkt. Erst auf der zweiten Tour, als bereits der Morgenverkehr eingesetzt hatte, benutzten die Räumungsdienste zusätzlich auch den Schneepflug. «Zu dieser Zeit blieben unsere Fahrzeuge zum Teil bereits im Kolonnenverkehr stecken», sagt Frei. Das sei natürlich der «Super-GAU».

Um den angesagten Eisregen vom Freitagmorgen trotz den kalten Temperaturen etwas entgegensetzen zu können, entschloss sich das Kreisbauamt zudem, bereits am Donnerstagabend wieder präventiv zu salzen. «So ist die Gefahr von Vereisung weniger gross.»

BOGG nutzt soziale Medien

Auch der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu hatte am Donnerstag mit dem Schneechaos auf den Strassen zu kämpfen. Zum einen wurden zwei Busse in einen Unfall verwickelt, ohne dass es zu Verletzten kam (siehe Box), zum anderen kamen es zu längeren Verspätungen auf dem Netz.

Das Team um Geschäftsleiter Toni von Arx hatte gestern alle Hände voll zu tun. Die beiden Unfallfahrzeuge sind bereits in Reparatur. «Nun darf nicht mehr viel passieren, weil wir kaum noch Reservebusse haben.»

Die betroffenen Fahrgäste wurden mit den nachfolgenden Kursen mitgenommen, es wurden aber auch Ersatzbusse losgeschickt. Wegen des Schnees kam es auf dem Netz zu Verspätungen von bis zu 15 Minuten. Informiert wurden die Pendler an den Haltestellen via Anzeigetafel, aber auch mithilfe der App und den sozialen Medien.

Dabei zeigte sich: Der Busbetrieb hat den Humor trotz den prekären Verhältnissen nicht verloren. In der Infomeldung hiess es etwa: «Falls Sie der Meinung sind, eben ist der Bus zu früh an der Haltestelle vorbeigefahren, kann ich Sie beruhigen. Er ist nicht zu früh dran, sondern viel zu spät.»

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