In der neuesten Produktion der Theatergruppe Hägendorf-Rickenbach fliegen die Fetzen. Oder noch schlimmer: Das in all den Jahren angesammelte alte Kochgeschirr wird scheppernd entsorgt. Jetzt wird endlich aufgeräumt – nicht nur im Küchenschrank von Opa Fritz Steiners –, sondern überhaupt in seinem lotterigen Rentnerleben. Das ist auch dringend nötig, andernfalls droht dem Umzug ins Altersheim.

Der seit langem pensionierte und verwitwete Fritz Steiner (Marcel Boner) lässt sich gehen. In seinem Haus sammelt sich Abfall und Leergut, er verschläft das verkohlende Essen auf dem Herd, und er selber spart beim Unterwäschewechseln und bei der Körperpflege. «Du haust wie in einem Saustall», muss er sich anhören. Deshalb sei Steiner reif fürs Altersheim, finden seine Kinder, die da sind: Peter (Beat Gutzwiller), der älteste Sohn und ledig, Gerda (Nicole Studer), frisch geschieden und in Geldnöten, sowie Hans (Claus Kaiser) und seine dominante Frau Lydia (Eveline Bleuer). Dort werde für ihn gesorgt, wollen sie Vater Steiner überreden, alles geschehe zu seinem Besten. Er solle doch nicht so unklug sein, versuchen sie ihn zur Einsicht zu bringen: «Bes doch ned so dumm!»

«Bes doch ned so dumm!» ist denn auch der Titel des Dialekt-Lustspiels der bayrischen Theaterautorin Ulla Kling. Und die Aufforderung, folgerichtig zu handeln, zieht sich wie ein roter Faden durch den von Regisseurin Nieves Gámez mit der Theatergruppe Hägendorf-Rickenbach inszenierten Schwank in drei Akten. Was logisch und einleuchtend erscheint, muss weder dem Starrsinn des alten Vaters Steiner noch den egoistischen Absichten seiner lieben Sippschaft entsprechen.

Opa Steiner jedenfalls lässt sich nicht aufs Altenteil abschieben, und auch eine Haushälterin kommt ihm nicht ins Haus. Zwar liesse er sich durch die hübsche Lilo (Martina Kissling) umstimmen, die sich auf ein Inserat der Steiner-Kinder meldet. Doch ausser einer schönen Visage hat die junge Frau nichts zu bieten. Auch die zweite Bewerberin, die obdachlose Rosa (Sarah Bachmann in einer dankbar überdrehten Rolle) ist nichts als fordernd und übergriffig. Erst Irma Streit (Rita Nussbaum) ist eine tüchtige Haushaltshilfe, aber auch resolut. Energisch übernimmt sie das Regime und räumt auf. Das lässt sich der Rentner nicht gefallen. Und so fliegen eben die Fetzen, bis ein Tierarzt (Pius Hügli) erste Hilfe leisten muss. An Verwicklungen und Turbulenzen fehlt es nicht. «Bes doch ned so dumm!» wäre kein Lustspiel, wenn es nicht überraschende Wendungen gäbe. Das gut gelaunte Ensemble hält das Tempo hoch und ihr Spiel provoziert manches Lachen.

Die Aufführungen in der Mehrzweckhalle Rickenbach finden statt am Mittwoch, 17. Oktober, Freitag, 19. Oktober, und Samstag, 20. Oktober, jeweils 20 Uhr, am Samstag auch um 13.30 Uhr. Alle Seniorinnen und Senioren sind von der Hägendörfer Höckeler Zunft für die Vorstellung am Samstagnachmittag in Zusammenarbeit mit der Betagten-Stiftung Ludwina Giger zu einem Gratiseintritt samt Kaffee eingeladen.