In einem anonymen Brief, der die Redaktion dieser Zeitung Ende Januar erreichte, hiess es, dass der Weltbild Verlag Schweiz mit Sitz in Olten dem Untergang geweiht sei und der Kunde nichts davon merken dürfe.

Es wird erklärt, dass sieben Kündigungen bei der Buchhaltung erfolgt seien und dass das Kundenkontaktcenter ebenso geschlossen werde wie etliche Filialen. Ausserdem war darin zu lesen, dass innert eines Monats 20 Stellen abgebaut würden, ein Lehrling seine Lehrzeit nicht beenden könne und die Kundschaft zukünftig von Deutschland aus bedient werde.

Wie «Blick» nun berichtet, werden die Kundendienststellen, die bisher am Schweizer Sitz in Olten angesiedelt waren, nach Istanbul verlagert.

Wie ein Betroffener in einem anonymen Brief schreibt, wurde über 20 Personen gekündigt. Nur noch knapp 30 andere Mitarbeiter seien in Olten beschäftigt.

Keine Änderung für Kunden

Auf Anfrage bestätigt der Konzern gegenüber der Zeitung den Stellenabbau in Olten. Man richte sich auf die Zukunft aus und optimiere die internen Prozesse. Der Kundendienst werde künftig zentral bei der deutschen Konzernmutter angesiedelt. Diese scheint den Auftrag dann von Istanbul aus durchführen zu lassen. «Für die Kunden wird sich nichts ändern», versichert Weltbild.

Wie Raphael Raetzo, Vorstandsmitglied beim Verband der Schweizer Callcenter Callnet erklärt, sei es üblich, dass ausländische Firmen ihre Kundendienste aus dem Hochpreisland Schweiz abziehen würden.

Druck in Verlagsbranche

«Viele Callcenter für den deutschsprachigen Markt haben sich in den letzten Jahren für Istanbul entschieden. Viele günstige Arbeitskräfte dort sind in Deutschland aufgewachsen und in die Türkei zurückgekehrt», erklärt Raetzo gegenüber dem «Blick».

Der grosse Nachteil: Die Qualität sei nicht mehr die gleiche. Doch durch den Druck, unter den die Verlagsbranche durch die Digitalisierung gekommen sei, müsse man sparen, wo es nur gehe. (hts)