Die Namen: erlesen. Das Programm: aufregend. Die Spielorte: wie üblich – zumindest überregional. Die 31. Auflage der Oltner Kabarett-Tage bringt, wie die beiden Gesamtleiter Alex Summermatter und Rainer von Arx erklären, «eine Auswahl des Besten, was Kabarett zu bieten hat».

Eine schon fast bescheidene Ansage der beiden Männer, welche erstmals in dieser Zusammensetzung als hauptverantwortliches Duo wirken. Eine doch hübsche Prise Understatement schwingt da mit.

Elf Spieltage – zehn Bühnen

Neben der Erkenntnis, dass in der Satire Wahrheit liegt (in satira veritas) sind 11 Spieltage, 10 verschiedene Bühnen und über 40 Künstlerinnen und Künstler die signifikanten Eckpfeiler der heurigen Auflage. Sie wirft neben den üblichen Spielorten auf Stadtgebiet kabarettistisches Licht auch – aus geografischer Sicht – auf Nebenschauplätze.

Christoph Simon, der aktuelle Preisträger des Salzburger Stiers, tritt nicht nur in der Schützi, sondern auch im luzernischen Schötz auf, in Laufen BL kommen Strohmann-Kauz zu einem zweiten Handkuss. Im Baselbiet tritt das bestens bekannte Duo allerdings noch mit Katie Freudenschuss, Kabarettistin, Musikerin, Komponistin und Liedtexterin, auf.

Die 31. Oltner Kabarett-Tage dauern vom 23. Mai bis 2. Juni 2018. Klicken Sie sich hier durch das vollständige Programm:

Neben Schertenlaib & Jegerlehner, die in Olten den Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2018 überreicht bekommen, stehen noch andere ehemalige Cornichonisti auf dem Tableau: Lorenz Keiser (2001, 1994 erhielt er bereits die Oltner Tanne) und Joachim Rittmeyer (1998) als alte Füchse kabarettistischen Schaffens zu bezeichnen, ist demnach kein Sündenfall.

Während Rittmeyer regelmässig in Olten zu Gast ist, liegt Keisers letzter Auftritt doch einige Jahre zurück. Umso gespannter darf man auf das Comeback des Baslers sein.

Giacobbo/Müller vorzustellen wäre bereits ein kabarettistisches Vorhaben an sich; Attribute wie bekannt, populär oder vereinnahmend fetzen durch die Sphäre, wenn das Namensduo auftaucht. Erwartungsfrohes Olten.

Entdeckungen entdecken

Jenseits dieser Altmeister des deutschsprachigen Kabaretts: Newcomer und solche, die hauptsächlich dem branchenaffinen Publikum keine Unbekannten mehr sind. Zu Letzteren zählen wohl Sebastian Pufpaff, der nach eigenen Angaben über seinen Nachnamen zur Comedy stiess und mehrfach im TV zu sehen war (etwa «Pufpaffs Happy Hour») und Lisa Eckhart, die erst seit gut zwei Jahren die Szene aufmischt.

Herausgepickt: Ein alt Regierungsrat und andere Komödianten

Als Slammerin gestartet, wurde sie, mit dem österreichischen Kabarettpreis (2016) im Rücken, in Kürze Teil der neuzeitlichen Kabarett-Maschinerie. Mit ihrem erst zweiten Programm «Die Vorteile des Lasters» jagt sie abermals von Erfolg zu Erfolg. Olten wird mit Sicherheit nicht ihre letzte Station sein. Ebenso wenig wie für die spitzzüngige Tina Teubner, die von sich sagt: «Ich hab’ mich nie gern bewegt.» Ein wohltätiger Satz in mobiler Zeit.

Von wem sonst noch Wohltätiges zu erwarten ist? Vielleicht von Florian Schroeder: Wie sagt er im Programm «Ausnahmezustand»? «Sie alle wollen zu den Guten gehören! Aber kommen Sie damit auch dorthin, wo Sie hin wollen? Oder nur in den Himmel?»